Startups: Eigentum teilen und Geld verdienen – 10 Beispiele für sharing economy

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Screenshot: airbnb.de

Menschen sind bereit anderen völlig fremden Menschen alles Mögliche anzubieten und es mit ihnen zu teilen. Dabei verdienen einige von ihnen mit diesen Startups gutes Geld.

Dieser Trend, der sich hinter dem Begriff sharing economy verbirgt (vom Harvard-Ökonomen Martin Weitzman eingeführt), geht davon aus, dass sich der Wohlstand aller Menschen erhöht, wenn sie beginnen alles miteinander zu teilen.

Daraus können durchaus interessante Ideen für Startups entstehen. Wie das Ganze in der Praxis aussieht, genau darum geht es in diesem Beitrag. 

Es gibt Menschen, die etwas haben und es gibt andere Menschen, die dieses etwas gerne für eine bestimmte Zeit und zu einem niedrigeren Preis haben wollen würden. Na das ist mal ein Satz. 🙂 Die Nachfrage und das Angebot treffen aufeinander – Startups werden geboren.

Das alles kennt man schon. Doch dieses mal sind es Privatpersonen, die miteinander ins Geschäft kommen. Noch vor ein Paar Jahren war das undenkbar, doch genau in diese Richtung entwickelt sich heute der alles durchdringende Trend.

Es gibt Untersuchungen zum Thema Sharing Economy und Seminare und es bilden sich zahlreiche Gemeinschaften, die sich mit diesem Thema befassen. Dort nimmt nahezu die Hälfte der Bevölkerung direkt oder indirekt an Sharing Economy teil.

Das Ganze ist also nicht nur für Startups interessant. Die Statistic-Experten versuchen inzwischen abzuschätzen, wieviel Eigentum noch nicht geteilt wird. Zum Beispiel gibt es in Großbritanien täglich etwa 30 Mio ungenutzter Plätze in Autos.

Aber warum teilen wir so gerne? Was kann man einem Fremden eigentlich anbieten? Wie sich zeigt, alles Mögliche. Einer der ersten und erfolgreichen Anhänger der neuen Industrie war und ist Airbnb, ein Startup, das Reisende an private Wohnungen von Bürgern vermittelt hat.

Viele hunderte Unternehmer sind ihm seit dem gefolgt. Sie haben sogar manchmal versucht, Anbieter und Inhaber von unvorstellbaren Dingen zusammenzubringen. Aus dieser riesigen Menge von Startups, die sich oft gegenseitig kopieren, habe ich hier die 10 interessantesten Projekte ausgewählt:

1. Das Startup Onefinestay oder das Wohnen in einem „5-Sterne Haus“

Auf den ersten Blick ähnelt der Service Onefinestay einem der Klons von Airbnb. Dasselbe gastfreundliche Angebot von Wohnungen und Häusern für Reisende, die keine klassischen Turis sein wollen. Schaut man jedoch genauer hin, sieht man die nicht unwichtigen Unterschiede.

Der Hauptunterschied ist der gehobene Standard der Wohnungen und des Service und damit auch der Preis. Vor einiger Zeit hat die Zeitschrift Businessweek das Startup als „Airbnb für Reiche“ bezeichnet.
Wer sich z.B. als wohlhabenden Anwohner Englands fühlen möchte, sollte deutlich mehr als 500 Fund (über 600 Euro) pro Nacht parat haben.

2. Das Startup Flightcar oder Landen und mit dem fremden Auto weiter fahren

Eigentlich gibt es genug Park-Services (wie z.B. das Startup Parkatmyhouse), genau wie Services zum gemeinsamen Nutzen von privaten Pkw (Zipcar, Sidecar, Lyft, Gataround). Auch Flightcar gehört nicht zu den berühmtesten und einflussreichsten Startups.

Doch gerade dieses Unternehmen hat hier neue Möglichkeiten erkannt: Das Mieten von privaten Kfz, die am Flughafen geparkt und von Fluggästen sofort genutzt werden können und zwar solange, bis der Inhaber das Fahrzeug nicht benötigt.

Welche Vorteile dieses Startup für den Reisenden bietet ist offensichtlich: Er muss keine hohen Parkgebühren auf sich nehmen und bekommt relativ günstig ein Auto zur Verfügung gestellt. Der Inhaber des Autos profitiert seinerseits von der Möglichkeit seinen Wagen überall zu parken (inklusive Flughafen) und ein Passiveinkommen von etwa 10 US-Dollar pro Tag für die Nutzung seines Wagens.

3. Das Startup Cookening oder ein Mittagessen bei Unbekannten

Das französische Startup Cookening vermittelt alle, die eine gute Küche und interessante Tischgespräche schätzen, an Menschen, die gerne kochen und sich austauschen (auch Eatwith, Eatfeastly und andere haben vergleichbare Konzepte am Laufen). Das Grundshema basiert auch bei diesem Startup auf den selben Prinzipien wie bei allen anderen Spielern des sharing econimy.

Die Familien bekommen die Chance etwas Geld zu verdienen und neue interessante Menschen kennenzulernen, während der Besucher die lokalen gastronomischen Besonderheiten genießen kann. Vor allem in Ländern wie Frankreich sollte man von so einem Startup Gebrauch machen.

4. Das Startup Landshare: Sie mögen Gartenarbeit? Bitte schön!

Hier war es wichtig Menschen zu finden, die viel Wert auf gesunde und nachhaltige Ernährung ohne Schadstoffe legen. Landshare bietet Interessenten einen Zugang zum fremden stück Land, wo man die beschriebenen Produkte (Pflanzen, Gemüse) selber anbauen darf. Seit dem Start (2009) hat dieses Startup mehr als 55 000 aktive Anhänger.

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5. Das amerikanische Startup Boatbound – Unterwegs mit einem Bot

Wenn sich die Vermietung von fremden Wohnung rentiert, warum sollte man nicht dasselbe mit Boten tun? Genau das hat haben sich die Gründer des amerikanischen Startups Boatbound gedacht.

Viele von uns würden gerne mit einem Bot oder sogar einer Jacht in See stechen, aber bei Weitem nicht alle haben dafür ein Bot, geschweige denn eine Jacht.

Eine Jacht muss man nicht nur kaufen, sondern sie auch noch unterhalten und das geht in der Regel ganz schön ins Geld. Wer interessiert ist, hat bei diesem Startup eine riesige Auswahl an Tarifen, für die er sich entscheiden kann.

Die Besitzer solcher Jachten erhalten im Gegenzug eine 3-Millionen US-Dollar schwere Versicherung und eine Abschlepp-Garantie.

6. Das Startup Fon oder einen Zugang zum Internet bekommen

Das spanische Unternehmen Fon, in das unter anderem Google, Skype und British Telecom Geld investiert hatten, ist inzwischen bekannt und sehr beliebt. Das Startup bietet einen weltweiten Zugang zum Internet über ein spezielles Netzwerk (Wi-Fi).

Autorisierte Teilnehmer von solchen Netzwerken können ihre kabellose Internet-Verbindung mit anderen teilen. Das Signal wird dabei in zwei Teile geteilt.

Ein Teil, wird, sicher verschlüsselt, dem Bewohner zur Verfügung gestellt. Das andere erhält der externe User eines solchen Netzwerks. Auf diese Art entsteht ein Croudsourcing-Netzwerk, wo die Teilnehmer das Netz kostenlos nutzen können.

Alle anderen müssen für die Nutzung Geld bezahlen. Die Einnahmen teilen sich dann das Startup und die autorisierten Teilnehmer.

7. Das Startup Poshmark oder seinen Kleiderschrank füllen und den der anderen leeren

Das Startup Poshmark bietet seinen Teilnehmern oder besser gesagt Teilnehmerinnen die Möglichkeiten eines Secondhand-Ladens. Und das funktioniert folgendermaßen: Wenn du jemandem in diesem Netzwerk begegnest, der stilvolle Klamotten oder Schmuck trägt und bereit ist, dir diese Sachen zu verkaufen, kommt es zum Deal.

Die Verkäufer sind so ebenfalls auf der Gewinnerseite, wenn bestimmte Kleidungsstücke oder Accesoires nicht passen oder nicht mehr getragen werden. Wie das erfolgreiche amerikanische Unternehmen, das einige Millionen US-Dollar an Investitionen eintreiben konnte, mitteilt, floriert das Geschäft mit der Kleidung.

8. Mit dem Startup Chegg Lehrbücher beschaffen

Die Zielgruppe des Projekts Chegg sind Studenten und ehemalige Studenten aller Fachrichtungen. Die letzteren haben zu ihrer Zeit (zum Teil teure) Fachliteratur gekauft und konnten ihr Studium damit gut bewältigen. Die ersteren stehen noch vor dieser Herausforderung.

Deshalb liegt es nahe, dass jemand früher oder später auf die Idee kommen musste, diese Misere in ein Geschäftsmodell bzw. ein Startup zu verwandeln. Chegg bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Fachbücher ehemaliger Studenten für eine bestimmte Zeit auszuleihen oder sie kostenpflichtig herunterzuladen. Dank diesem Startup werden Bibliotheken schon bald nicht mehr In sein.

9. Einen Hunde-Sitter finden, mit dem Startup Dogvacay

Wem kann man seinen Vierbeiner während des Urlaubs anvertrauen? Diese Frage hat sich wahrscheinlich jede Haustier-Besitzer mindestens ein mal gestellt. Dieses Problem wollte auch das Startup Dogvacay lösen.

Den Gründern gelang es genügend Menschen zu finden, die sich bereit erklärt haben, für eine relativ kleine Vergütung auf die Haustiere aufzupassen. Bis jetzt betreut das Startup allerdings ausschließlich Hunde. Es wird vermutlich nicht sehr lange dauern bis auch Katzen, Meerschweinchen und Papageien dazukommen.

10. Wenn man mal für kleine Jungs (oder Mädchen) muss und das Startup Airpnp

Der Service Airpnp sieht wie eine offensichtliche Parodie auf das Startup Airbnb, von dem am Anfang die Rede war. Allerdings hat die Idee und damit auch der Service seine Daseinsberechtigung. Es gibt schließlich ein Problem, das gelöst werden wollte.

Das Netzwerk ist derzeit noch etwas bescheiden, was die Zahl der Teilnehmer angeht (in den USA sind rund 100 Teilnehmer und in Frankreich etwa 230 Menschen bereit, ihre Toilette kostenpflichtig anzubieten), aber irgendwo muss man ja mit seinem Startup anfangen.

Und was hältst du von sharing economy?

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