Wer geht hat mehr Ideen und ist kreativer – sagen die Psychologen der Stanford-University

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Du suchst neue Ideen – dann musst du gehen! So die Psychologen der Stanford University. Ist das wirklich so simpel? Was hinter dem Experiment steckt und wie man seine Kreativität besser anzapfen kann (zum Beispiel für bessere Startup-Ideen), das schaue ich mir in diesem ausführlichen Beitrag genauer an.

Das Ergebnis: Gehen bringt einen auf neue Ideen

Im Rahmen ihres Experiments haben die Psychologen aus Stanford analysiert, wie gut die Probanden unterschiedliche Aufgaben lösen konnten, einmal während die Versuchspersonen in Bewegung waren (während sie gingen und während sie mit einem Karren geschoben wurden) und einmal während sie saßen. Die Personen, die beim Gehen gegrübelt hatten, hatten im Mittel um etwa 60% besser abgeschnitten.

Was steckt eigentlich hinter guten Ideen?

Steve Jobs lief auf der Bühnen hin und her, währen er Apples Produkte vorgeführt hatte und Mark Zuckerberg läuft gerne, während er sich mit Geschäftspartnern unterhält. Und auch wir kennen das – ob beim Telefonieren oder Nachdenken – wenn wir dabei laufen, scheint auch unser Gehirn  besser bei der Sache zu sein und mehr Ideen zu haben.

Das Experiment

Die aktuellen Ergebnisse der Wissenschaftler der Stanford Universität liefern nun eine Erklärung dafür, warum uns das Laufen helfen kann, neue Ideen und Lösungen zu finden und kreativer zu sein.

Die Psychologin Marily Oppezzo und der Professor Daniel Schwartz haben herausgefunden, dass unser Gehirn beim Gehen (und kurze Zeit danach) mehr Ideen generieren kann. Ob wir draußen zu Fuß unterwegs sind oder drinnen hin und her gehen, unser Gehirn ist aktiver und kreativen. Dabei wird unsere Kreativität weniger von der Umgebung an sich beeinflusst. Es ist mehr die Tatsache, dass wir uns beim Nachdenken bewegen. Wer also beim Grübeln und Probleme-Lösen läuft, hat auch dauerhaft mehr Ideen als der, der dabei an seinem Schreibtisch sitzt.

Die Details: Bewegung und Kreativität

In der Vergangenheit haben Wissenschaftler mehrfach den langfristigen Einfluss von Sport auf die kognitiven Fähigkeiten von Menschen untersucht, allerdings, so Opezzo, wurde mit dieser Studie zum ersten Mal der Einfluss von aerober Tätigkeit auf die Kreativität nachgewiesen (aerobe Belastungen sind zum Beispiel das Gehen, langsames Fahrrad-Fahren etc., eine anaeroben Belastung wäre das Sprinten).

Das Ergebnis des Experiments zeigt also, dass ein Mensch beim Gehen auf zweimal so viele Ideen kommt als jemand, der sitzt. Sowohl die, die in einem Raum hin und her gingen, als auch die, die es draußen taten, waren gleichermaßen kreativer, als die, die einfach nur da gehockt haben. Damit hat niemand von den Forschern gerechnet, so Opezzo:

Ich war mir sicher, dass das beste Resultat die Menschen erzielen würden, die an der frischen Luft spazieren gegangen sind. Aber die, die auf einem Laufband gehen mussten, waren genauso gut. Das hat mich überrascht.

Außerdem konnten die Wissenschaftler mit ihrer Studie bestätigen, dass der Level der Kreativität auch nach dem Spaziergang eine Zeit lang gehalten wird, selbst wenn die Person sitzt.

Die Messung der Kreativität

Am Experiment nahmen insgesamt 176 Personen teil – alles Studenten und Mitarbeiter der Universität Stanford. Sie mussten verschiedene Aufgaben lösen, die kreatives Denken erforderten. Es waren insgesamt drei Experimente, die auf der sogenannten Divergenz-Methode basierten, das heißt es ging darum, mehrere Lösungen für ein Problem zu finden: zum Beispiel mussten die Teilnehmer der Studie sich darüber Gedanken machen, auf welche Arten man ein Objekt zweckentfremden kann. Sie haben verschiedenen Sets aus drei Gegenständen erhalten und mussten daraus in vier Minuten so viele Ideen wie möglich generieren. Dabei galt nur die Idee als neu, auf die bisher niemand von den Teilnehmern gekommen war.

  Die geheime Formel für erfolgreiche Startup-Ideen

Desweiteren mussten die Probanden diese Aufgaben in unterschiedliche Umgebungen lösen: während sie draußen unterwegs waren und während sie im Zimmer saßen. Andere Teilnehmer mussten auf dem Laufband gehen und die Anderen wiederum wurden in einem Karren durch den Campus geschoben (es ging darum herauszufinden, ob die Bewegung an sich wichtig für die Kreativität ist). Das alles wurde entsprechend kombiniert und die Ergebnisse miteinander verglichen.

Die große Mehrheit der Teilnehmer in allen drei Experimenten hat das beste Resultat erzielt, während sie zu Fuß unterwegs war. Und es ging weiter. In einem weiteren Experiment mussten die Teilnehmer die Aufgaben drinnen lösen, zuerst sitzend dann beim Gehen (auf einem Laufband). Die Anzahl der Ideen, die auf dem Laufband generiert wurden, ist bis auf 60% gestiegen.

Im Rahmen eines weiteren Experiments wurde die Kreativität der Teilnehmer anhand der Fähigkeit bewertet, wie viele schwere Analogien man zu einfachen Begriffen generieren konnte. Das Ergebnis: 100% derer, die draußen spazieren gegangen sind, konnten mindestens eine anspruchsvolle, qualitative und einzigartige Analogie konstruieren, während das von denen, die saßen, nur 50% geschafft haben.

Es gab aber auch Aufgabe, die die Läufer schlechter gelöst hatten als ihre Kollegen am Schreibtisch: in einem der Experimente mussten die Teilnehmer drei Wörter mittels Assoziationen zu einem Wort zusammenfügen – zum Beispiel die drei Wörter „Schweiz“, „Kuchen“ und „Farm“ haben etwas Gemeinsam, nämlich das Wort Käse. Die Ergebnisse hier haben gezeigt, dass die Versuchspersonen, die diese Aufgabe beim Laufen lösen mussten, sich schlechter konzentrieren konnten, als die, die diese Aufgabe im Sitzen lösen mussten.

Fazit: 

Auch wenn sich das Gehen sehr positiv darauf auswirkt, wenn man neue, kreative Ideen sucht, ist dieser Ansatz absolut ungeeignet, wenn es darum geht, sich zu konzentrieren und die richtige Antwort zu finden.

Die Behauptung, dass man jede Aufgabe der Welt beim Gehen lösen sollte, ist falsch. Man sollte allerdings diese Methode wählen, wenn es darum geht, eine neue Idee zu finden.

Auch eine kreative Idee ist nur eine Idee – sie muss ja noch umgesetzt werden. Hier findest du mein 14 Tipps wie man fremde Startup-Ideen einfach und clever kopieren kann.

Das Gehen wird aus Ihnen keinen Michelangelo machen, aber es kann in den ersten Stadien der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Alle wissen, dass physische Aktivitäten gesund sind und dass das viele Sitzen der Gesundheit schadet. Unsere Experimente bestätigen nochmal, dass man physische Aktivitäten in seinen Alltag integrieren sollte, sei es während man sein Kind zur Schule bringt oder sich mit seinen Geschäftspartnern beim Gehen unterhält. Das hilft gesund zu bleiben und etwas kreativer zu werden.

– So Oppezzo.

Ich geh dann mal raus … 😉

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