Was ist ein Startup? ALLES was du wissen musst

Es gibt Unternehmer, die hochwertige Autos oder Hotels am Strand bauen. So etwas kostet am Start sehr viel Zeit und noch mehr Geld: Man braucht ein Grundstück, eine Infrastruktur und Personal und muss sich mit der Bürokratie auseinandersetzen. Und nach 5-6 Jahren kann sich so ein Business auch amortisieren und Gewinn machen.

Und es gibt so ein einfaches Spiel, das nennt sich „Angry Birds“. Damit hat das finnische Startup „Rovio Entertainment“ 55,5 Millionen Euro verdient (2012). Die Start-Investitionen betrugen damals etwa 100 Tausend Euro.

Kein Wunder also, dass heute überall von Startups die Rede ist. Aber wann ist ein Unternehmen ein Startup? Oder ist vielleicht eine Online-Firma ein Start-up, also Facebook zum Beispiel. Wo kommt das Wort Start-up überhaupt her und welches Start-up war das erste? In diesem Beitrag habe ich mich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Was ist ein Startup? (Nicht) die ganze Wahrheit:

  1. Das Wort Startup (engl. für starten) bezeichnet ein gerade oder vor Kurzem gegründetes Unternehmen.
  2. Hinter einem Startup steckt oft eine innovative Idee oder eine aktuelle Technologie.
  3. Zwei Dinge zeichnen ein Startup aus: Fehlende Finanzen und eine unsichere und damit auch riskante Position auf dem Markt.
  4. Die meisten Startups werden in den USA von Studenten gegründet, die Ihre ersten Startup-Ideen in einer Garage umsetzen. Deshalb werden solche Firmen auch Garagenfirmen genannt. Wichtig ist hier, dass Startups nicht zwingend IT-Unternehmen sein müssen!

Das erste Start up – eine (sehr) kurze Geschichte:

Das Wort erblickte vor etwas 70 Jahren die Welt. Und so ist’s damals abgelaufen:
Wir schreiben das Jahr 1939: In den USA, in der näher von San Francisco (Santa Clara, Kalifornien) schießen zahlreiche High-Tech-Firmen wie Pilze aus dem Boden.

Zwei Studenten der Stanford-Universität starten ein kleines Projekt und nennen diese ganze Geschichte anschließend Startup. Heute kennt man die beiden Jungs und ihr Projekt unter dem Namen Hewlett-Packard Company, besser bekannt als HP.

Streng genommen ist ein Startup…

Oft werden Online-Projekte und Websites als Startups bezeichnet, wenn sie sich durch „das gewisse Etwas“ von anderen Services oder Portalen unterscheiden. Das ist nicht ganz richtig. Dienste wie Facebook, Google+ und andere soziale Netzwerke werden hier in einen Topf geworfen. Streng genommen muss ein Startup jedoch einzigartig sein und eine freie Nische besetzen.

In diesem Sinne darf sich heute nur Facebook als ein waschechtes Start-up bezeichnen (auch wenn’s nicht das erste seiner Art ist). Alle anderen social networks sind demzufolge Kopien oder Klone anderer, bereits existierender Start-ups. Wie man Start-ups erfolgreich kopieren kann, habe ich hier im Blog schon mal ausführlich behandelt.

Muss ein Startup unbedingt ein Online-Projekt sein?

Zu den bekanntesten Start-ups zählt auch Wikipedia – das größte Internet-Lexikon der Welt. Die Anzahl der Beiträge dort beträgt mehr als 30 Millionen Artikel und wächst täglich. Welcher Blogger kann da schon mithalten. 😉 Auch YouTube, die populärste Video-Plattform im Netz, zählt zu den großen Startups, ebenso die Foto-Plattform Flickr und der Kurznachrichtendienst Twitter.

Was sagt uns das? Die bekanntesten Startups gibt es online oder es handelt sich bei ihnen um IT-Produkte. Kein Wunder also, dass viele Menschen das Wort Start-up mit Online-Diensten assoziieren. Die oberen Bespiele sind jedem geläufig, Offline-Start-ups kennen meist nur Fachleute.

Was viele Menschen allerdings nicht wissen, in den USA wird der Begriff Start-up breiter definiert. Er bezieht sich sowohl auf materielle Produkte als auch auf Dienstleistungen. Die obere Liste muss somit erweitert werden. Zu den klassischen Star-ups zählen ebenso Microsoft (von Bill Gates und Paul Allen), Apple Computer inc. (Steve Jobs und Steve Wozniak) und Google (Larry Page und Sergey Brin).

Was macht Startups so erfolgreich?

Einer der wichtigsten Gründe, weshalb Startups so erfolgreich sind, ist folgender: Große Unternehmen mit komplexen Hierarchien und steifen Strukturen sind unbeweglich und träge. Solche Konzerne nutzen und vermarkten sehr erfolgreich bereits vorhandene Produkte, tun sich aber oft schwer, wenn es darum geht, neue Produkte zu kreieren und zu entwickeln. Startups sind hier flexibler und mobiler und damit sogar mit geringen finanziellen Mitteln konkurrenzfähig.
Startups sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie zu Beginn auf gar keine oder nur geringe Investitionen angewiesen sind. Dafür steckt in so einem Start-up sehr viel Herzblut und Arbeit der Gründer.

Was braucht man, um ein Start-up zu starten?

Am Anfang eines Start-ups steht immer eine frische Start-up-Idee. Eine neue, unkonventionelle und innovative Lösung für ein Problem. Auch das junge Alter der Start-up-Gründer zählt zu den Charakteristika und den Stärken eines Start-ups. Die typischen Gründer sind nicht älter als 30 und damit sehr flexibel und risikobereit. Streng nach dem Motto alles oder nichts!

Nicht weniger wichtig für ein erfolgreiches Startup ist ein gut funktionierendes Team. Natürlich kann man ein Startup auch in Eigenregie stemmen, aber in den meisten Fällen geht das schief. Es ist keine Frage von Investitionen, dafür gibt es ja bekanntlich Investoren.

Es geht vielmehr um strategische und organisatorische Fragen. Man muss sich hier nur die Gründer von Google, Apple, Microsoft und Co. anschauen. Meistens ergänzen sich die Gründer eines Start-ups, so sind sie deutlich effektiver und erfolgreicher. Arbeitsteilung ist hier in jedem Fall ausschlaggebend, denn niemand weiß und kann alles.

Wo gibt es Geld? – Die Startup-Finanzierung:

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um sein Start-up zu finanzieren, die naheliegenden davon sind:

  • Familie und Freunde:

Vor allem am Start, wo man nicht so viel Geld benötigt und die Zukunft des Start-ups nicht vorhergesagt werden kann, macht es Sinn, diese Menschen zu kontaktieren und nach Geld zu fragen.

  • Crowdfunding (Schwarmfinanzierung):

Das berühmteste Beispiel für eine Crowdfunding-Plattform ist „kickstarter“ und kommt aus den USA. Auch in Deutschland gibt es einen Crowdfundig-Dienst, den Service „startnext“. Dort trifft man auf private Personen und Interessenten, die spannende Projekte und Produkte von Start-up – Gründern mitfinanzieren.

  • Business-Angels (BA):

Das sind meistens selbst erfolgreiche Unternehmer oder Gründer. Sie unterstützen Start-ups mit Investitionen (ihrem eigenen Geld), Beziehungen und Wissen. Auch diese Menschen können, vor allem zu Beginn, sehr viel dazu beitragen, dass ein Start-up besser durchstarten kann.

Sie lassen die Start-up-Gründer in der Regel in Ruhe ihr Ding machen, zumindest für eine längere Zeit, weil dieses nicht zu ihren Haupt-Einnahme-Quellen gehören. Natürlich wollen sie später vom Start-up profitieren und rechnen mit hohen Renditen.

  • Venture Capital- oder Risikokapital-Geber:

Das sind Start-up-Investoren, die im Gegensatzt zu Business-Angels, mit dem Geld anderer Menschen (Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, privater Personen) arbeiten und dieses dem Start-up bereitstellen. Sie unterstützen überwiegend Gründer, die mit ihrem Produkt bereits auf dem Markt sind, aber nicht genug Geld haben, um professionell unterwegs zu sein. Was für Gespräche mit Kunden und Investoren wichtig ist, habe ich in einem früheren Beitrag genauer erläutert.

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Von der Idee bis zum Erfolg –

die 5 Entwicklungsschritte eines Startups

Es hat sich bewährt, die Start up – Entwicklung in 5 Schritte oder Phasen zu unterteilen. Warum ist das wichtig? Weil mit jeder dieser Phasen eigene Aufgaben, Risiken und Chancen einhergehen. Oft kann man die Frage „Was tun wir jetzt?“ nur beantworten, wenn man weiß, wo sich das Start-up in seiner Entwicklung gerade befindet. Welche Phasen sind das?

Die 5 Phasen für ein Start-up:

  1. Die SEED-Phase

  2. Die STARTUP-Phase

  3. Die Early GROWTH-Phase

  4. Die Phase der EXPANSION

  5. Die EXIT-Phase

Was passiert in den einzelnen Start-up-Phasen genau und mit welchen Fragen müssen sich die Gründer auseinander setzen?

1. Die SEED-Phase („seed“ steht für sähen):

Das ist der Beginn eines Startups. Die Idee steht im Mittelpunkt. Sie wird auf Herz und Nieren geprüft. Hier wird also geklärt:

  • Was macht die Start-up-Idee so besonders?
  • Welche Aufgaben müssen erledigt werden (programmieren, designen)?
  • Wie sieht das Business-Konzept (der Businessplan) aus?
  • Wie viel Geld wird anfangs benötigt und wie wird das Start-up finanziert?

Sind diese Punkte geklärt, wird der erste Prototyp erstellt. Damit ist die erste Phase soweit abgeschlossen.

2. Die STARTUP-Phase:

An dieser Stelle ist das Start-up schon etwas weiter. Hier wird darüber entschieden:

  • Wer arbeitet in einem Start-up-Team zusammen?
  • Wie sieht der Markt aus (die Zielgruppe und die Konkurrenz werden unter die Lupe genommen)?
  • Wie wird der Prototyp in die Massenproduktion gehen?
  • Wie gelangt das Produkt auf den Markt oder wie wird das Produkt verkauft?
  • Wo bekommt man die ersten Kunden und verkauft die ersten Exemplare des Produkts?
  • Wo findet man mehr Investoren?

3. Die Early GROWTH-Phase (Beginn des Wachstums):

Wurden die Aufgaben der letzten Phase gelöst, geht es im nächsten Lebensabschnitt eines Start-ups darum, mehr zu produzieren und zu verkaufen. Hier sollte man sich vor allem auf folgende Fragen fokussieren:

  • Wie optimieren wir die Herstellung?
  • Welches Marketing setzen wir ein, um zu wachsen?

Die Produktion lebt dabei von Investoren und Business-Angels, um die man sich in der vorherigen Phase hoffentlich gekümmert hat. Die Suche nach Investoren geht hier allerdings weiter.

In dieser Phase kommt auch der entscheidende Moment, der sogenannte BEP (break-even point), an dem die Ausgaben und die Einnahmen des Start-ups im Gleichgewicht sind. Ab hier geht’s darum zu wachsen!

4. Die Phase der EXPANSION:

Nun geht’s nach oben. Das Start-up macht Gewinn und das Ziel lautet: Mehr Gewinn durch Expansion. Hier geht es hauptsächlich folgenden Fragen an den Kragen:

  • Wie können wir noch mehr produzieren?
  • An wen können wir uns mit unseren Produkten noch wenden?

Oft braucht man an dieser Stelle neue Ideen und muss umdenken. Hier sind auch neue Zielgruppen interessant. Dazu muss der Markt neu analysiert werden. Gelingt das, ist man in der letzten Phase für ein Startup angekommen – der EXIT-Phase.

5.Die EXIT-Phase:

Haben die Startup Gründer alles richtig gemacht kommt der „Ausstieg“. Nun wird das Startup zum vollwertigen Unternehmen, kann verkauft werden und geht, wenn beabsichtigt, an die Börse.

Fazit:

Das waren jetzt die wichtigsten Basics zum Thema „Was ist ein Start-up“. Ich werde mich mit Sicherheit später, in einem gesonderten Blog-Beitrag dem einen oder anderen Punkt genauer widmen.

Infografik: Die wertvollsten Startups der Welt | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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