Trends: An die Stelle der Growth Hacker kommen die Retentioneers

Kundengewinnung & Kundenbindung

Kundengewinnung & Kundenbindung

Vor nicht allzu langer Zeit tauchte in der Startup-Szene wie aus dem Nichts der Ausdruck Retentioneer auf. Was dahintersteckt und warum die Retentioneers die neuen Growth Hackers sein könnten, erfährst du in diesem Post.

Wo kommen Retentioneers her?

Zum ersten Mal benutzte den Begriff Retentioneer ein Blogger auf Medium, wo er darauf hingewiesen hat, dass an die Stelle der Growth Hackers, die für die Bekanntmachung der Startups zuständig sind, die neue Generation der Spezialisten, die sogenannten Retentioneers, treten. Zu den Aufgaben der letzteren zählt primär die Kundenbindung.

Der Ausdruck selbst kommt ursprünglich aus Silicon Valley. Dort haben Startups sehr schnell erkannt, dass es fast schon wichtiger ist, neben der eigentlichen Kundengewinnung, aktiv Kundenbindung zu betreiben: Damit die Kunden-Datenbank (oder die User-Zahl) wächst, müssen die Kunden, die man bereits auf seiner Seite hat, an das Produkt „gebunden“ werden.

Retentioneers sind demnach in erster Linie kreative Marketer, die sämtliche Online-Marketing-Tools beherrschen und einsetzen, um für mehr Kundenbindung zu sorgen. Der Begriff setzt sich aus den beiden Begriffen Retention, was soviel wie Beibehaltung, Bindung bedeutet und dem Begriff Engineer, d.h. Ingenieur zusammen.

Was macht ein Retentioneer genau?

Diese Spezialisten müssen, ähnlich wie die Growth Hackes, sowohl über technisches Know how als auch über solides Marketing-Wissen verfügen. Es geht ihnen um Kundenbindung also darum, dass neue User den Service weiter nutzen und immer wieder zurückkehren und dem Startup auf lange Sicht treu bleiben.

Um dieses Ziel zu erreichen, stellen sich die Retentioneers zwei wichtige Fragen:

  • Was kann ich noch ausprobieren, um diesen User mehr an den Service zu binden?
  • Wie kann ich die Geschwindigkeit, mit der User den Service verlassen, reduzieren?

 

Hier braucht ein Retentioneer oftmals unkonventionelle Ansätze, interessante Ideen, Geduld und analytische Fähigkeiten, um Szenarien zu modellieren und zu überprüfen. Diese Experten begleiten den User vom ersten Tag an und sind für die „aha“-Momente verantwortlich.

Wie sorgt ein Retentioneer für Kundenbindung

Alles beginnt mit einer detaillierten Analyse der aktuellen Daten, danach kommt eine statistische Auswertung dieser Informationen. Anschließend geht es darum, diese Informationen richtig zu interpretieren:

  • Was genau sagen die aktuellen Zahlen (z.B. die Besucherzahl, die Absprungrate oder die Conversion Rate)?
  • Wie kann man auf den Prozess einwirken, um bestimmte Handlungen des User abzustellen (z.B. richtiger aufbau der Landing-Page, Ladezeiten der Website etc.)?

Basierend darauf wird der Retentioneer dann Szenarien für das Verhalten des Users entwerfen, geeignete E-Mail-Marketing-Maßnahmen ergreifen, um die User Experience positiv zu unterstützen und den Service für den Nutzer interessanter und aufregender zu gestalten.

  Einen Slogan finden - praktische Beispiele für dein Startup [1]

Startups, die keinen Fachmann für solche Aufgaben haben, verschwenden ihre Zeit und Energie. Während man also mit Growth Hackers schnell an viele Kunden bzw. User kommt, gibt es niemanden, der dafür sorgt, dass die meisten von ihnen auch in einem Monat noch da sind. Startups, die an dieser Stellen weiter sind, schätzen diese Leute und stellen ihnen alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung.

Jeder Retentioneer weiß, dass man, wenn man nur lange genug darauf beharrt, seine App sowohl im Google Play als auch im App Store vorstellen kann. Das kann dann schnell dazu führen, das mehrere hundert tausend Neugierige die App herunterladen werden. Den Rest macht die Werbung im Facebook App Install – die Anwendung wird so populär wie kostenlose Addons oder Tools.

Aber wie groß ist der Anteil derer, die die App kein einziges mal starten? Diese Frage ist für den Erfolg eines Startups entschiedener!

Ein Retentioneer ist in der Lage, den Verlauf der Wachstumskurve radikal zu ändern, er weiß sehr genau, was der User oder der Kunde am ersten, zweiten, dritten und vierten Tag nach dem Download der App tun wird (und auch am Tag mit der Nummer 2,5 und 3,75). Er versteht, wann und welche E-Mail er versenden muss und wann ein Anruf mehr sinn macht. Auch wenn du dir nicht sicher bist, wann der beste Zeitpunkt für deinen Newsletter ist, dein Retentioneer muss es wissen.

Retentioneers sind E-Mail-Newsletter-Fanatiker, sie kennen auch den feinen Unterschied zwischen MailChimp, MailGn, SendGrid, PostItNow und BlastOff. Ein Retentioneer weiß, wie man mit seinem Spam-Rating niemals unter der 7,3-Marke landet. Er kennt sich auch hervorragend mit den A/B-Tests von Landingpages aus und ist mit den aktuellen SEO-Tools auf Du.

Er offenbart dir außerdem, dass User, die junger als 22 sind, ihr E-Mail-Postfach überhaupt nicht checken oder kann schnell alternative Abläufe für Kik, Instagram, Snapchat und Jott erstellen. Du kennst Jott nicht? Aber dein Retentioneer es mit Sicherheit.

Diese Leute gehören einfach in jedes Startup-Team und zwar von Anfang an. Es interessiert niemanden, wieviele Menschen von deinem Service gehört haben, viel wichtiger sind die aktuellen Nutzerzahlen. Wie aktiviert und bindet man seine Kunden – ein Retentioneer hat hier mehr als nur eine Lösung …

Link: https://medium.com/

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