Startup-Ziele besser erreichen – der Haken an der SMART-Methode

Es gibt Zeiten, da verschlingt die Arbeit Stunden und Tage und man kommt nur sehr langsam voran. Noch letzte Woche hatte ich so eine Phase. Aber egal was man anpackt, irgendwann wird man immer mehr abgebremst, bis zum Stillstand.

Was steckt dahinter? Ich habe mich auf die Suche gemacht: Die Antwort darauf und Tipps, wie man seine Start-up-Ziele doch erreicht, gibt es in diesem Blogpost.

Start-up-Ziele anvisieren, mit der SMART-Methode

Deine Ziele

Wahrscheinlich hast du schon mal von der SMART-Methode gehört. Wenn nicht, hier eine kurze Zusammenfassung aus dem Projekt-Management:

Egal um welche Ziele es geht, ob im Business, im Studium oder im Sport, damit du ein Ziel auch wirklich erreichst, muss du das Ziel genauer festnageln. Das heißt: Jedes Ziel muss:

  • (S) Spezifisch sein. Was willst du erreichen? Nicht ungefähr, sondern konkret!
  • (M) Messbar sein. Wie kannst du genau messen, ob du das Ziel erreicht hast?
  • (A) Anspruchsvoll sein. Es darf nicht zu einfach sein, damit du motiviert bist!
  • (R) Realistisch sein, damit das Erreichen möglich ist, du nicht überfordert bist.
  • (T) Terminiert sein. Bis wann musst du das Ziel erreichen, (Fristen, Termine)

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Online-Marketing-Bereich: Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Kunden steht das Ziel für die Firmenwebsite nun fest: Zahl der Besucher verdoppeln (zum Beispiel von 100 auf 200 Besucher pro Monat). Zeit dafür: 6 Wochen! Ist das Ziel auch nach der SMART- Methode formuliert? Checken wir das schnell ab:

  • S für spezifisch: Ja, 200 Besucher auf der Firmen-Website
  • M für messbar: Ja, Zahl der Besucher mit einem Analyse-Tool überprüfen
  • A für anspruchsvoll: Ja, denn die Zahl der Besucher wird verdoppelt
  • R für realistisch: Ja, denn die Zahl der Besucher wird nicht verhundertfacht
  • T für terminiert: Ja, die Frist von 6 Wochen

Soweit alles im grünen Bereich! Was brauchen wir noch, um unser Ziel zu erreichen? Genau – wie wollen wir die Besucherzahl erhöhen?

Deine Prozesse und Systeme

Jetzt geht’s um das wie, also um die Prozesse, mit denen man das Ziel in 6 Wochen auch erreicht: Das können wir zum Beispiel mit folgenden Werkzeugen erreichen:

  1. Content-Marketing (jeden Tag einen Blog-Artikel)
  2. Onpage-SEO Offpage-SEO (jeden Tage einen Artikel-Optimieren)
  3. Social-Media-Aktivitäten (jeden Tag 3 Posts schreiben)

Gut. Jetzt kommt das Spannende: Die 3 oberen Prozesse so miteinander verknüpfen, dass sie ein System bilden und sich ergänzen. Streng genommen sind auch diese Prozesse nach der SMART-Methode formuliert. So, das ist jetzt geklärt.

Wir setzen uns also ab morgen hin und kümmern uns nacheinander um unseren Content auf der Website, um die Suchmaschinenoptimierung und die Posts auf Facebook und Google+. Und jeden Abend setzen wir uns hin und werten unsere aktuellen Besucherzahlen aus. Wozu sonst würden wir das alles machen?

Der Hacken (an) der SMART-Methode

Was ist die Besonderheit der SMART-Methode? Genau.Bei der SMART-Methode fokussiert man sich sehr stark auf das Ziel. Nochmal: Alles dreht sich um das Ziel! Wir haben also ein besonderes und konkretes Ziel (nicht 130 oder 170 Besucher, sondern 200 Besucher und mehr).

Das Ziel ist messbar und attraktiv. Natürlich schauen wir jeden Tag nach, was die Zahlen so machen.Wir spüren die große Verantwortung, die auf uns lastet. Als ob das nicht schon genug wäre: Auch die Zeit für das Ziel ist festgelegt (200 Besucher nicht in 10 oder 20 Wochen, sondern in 6 Wochen). Wir stehen also auch noch unter Zeitdruck. Jetzt können zwei Sachen passieren und zwar:

  1. Wir geben unser bestes und tatsächlich, die Zahle der Besucher steigt von Tag zu Tag oder:
  2. Egal was wir tun, die Besucherzahlen steigen nur langsam

Im ersten Fall ist alles in Butter. In der Praxis allerdings ist es meistens der zweite Fall, der eintritt. Und das hat Folgen: Wir geraten unter Stress und bekommen Panik. Und was Stress für Folgen hat, das brauche ich hier wahrscheinlich nicht zu erzählen. Was uns aber in erster Linie interessiert, ist, wie produktiv man ist, wenn man Stress und vor allem wenn man Panik hat.

  Selbstmanagement in der Selbstständigkeit - noch effektiver sein! - 6 Tipps

Die Mega-Bremse für Startups: Stress

Jeder hatte schon mal Stress. Was ist Stress überhaupt. Wenn man Stress hat, werden im Körper bestimmte Hormone (Dopamin, Adrenalin) ausgeschüttet. Als Folge fängt unser Herz an schneller zu schlagen, man möchte am besten los rennen. Und wenn man’s nicht kann (weil man gerade an seinem Computer sitzt und die Besucher-Zahlen checkt)? Das Gehirn wird blockiert!

In unserer Kultur wird Stress schnell mit vielen negativen Dingen assoziiert. Das ist falsch, wie die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen. Stress hat viele positive Seiten. Neulich bin ich über ein TED-Video der Psychologin Kelly McGonigal gestolpert, welches auch deine Meinung über Stress auf den Kopf stellen wird.

So, jetzt ist hoffentlich klar geworden, dass man seine Ziele eher erreicht, wenn man seine Einstellung zum Stress ändert.

Der Ausweg für Startups:

Focus auf Prozesse und Systeme statt auf Ziele

Ziele sind wichtig, ohne Frage. Aber muss man ständig an das Ziel denken, wenn man an etwas arbeitet. Ich denke man ist effektiver, wenn man das Ziel irgendwo im Hinterkopf hat, aber jeden Tag an die Abläufe und Systeme denkt. Wenn du dich also heute mit SEO befasst, dann stecke deine ganze Energie und Leidenschaft darein, lese viel darüber, probiere Sachen aus, unterhalte dich mit Leuten, die sich auskennen.

Wenn du diese Dinge vernünftig machst, ohne andauernd an die 200 Besucher in 6 Wochen zu denken, bleibst du länger motiviert. Auch wenn oder gerade weil du etwas unter Strom stehst, wirst du deine Ziele erreichen, weil dich die Panik nicht mehr abbremst.

Und es kommt noch dicker: Weil das Ganze wie ein Regelkreis funktioniert, gehst du jeden Tag mit etwas mehr Motivation an deine Prozesse und Aufgaben. Das Ganze verstärkt sich und das Ziel ist schneller erreicht. In diesem Blog-Beitrag habe ich vor Kurzem das Thema Selbstmanagement in der Selbstständigkeit ausführlich erläutert und 6 Tipps gegeben, schaue einfach mal rein.

Sich belohnen

Du musst die Belohnung nicht permanent auf morgen aufschieben. Für gewöhnlich freut man sich erst, wenn man das Ziel erreicht hat. Und diese Freude dauert dann auch nur kurz an. Etwas wenig, wenn man bedenkt, wie lange man warten musste.

Nicht viele können jeden Tag aus dem Bett steigen, weil sie denken, in ein paar Jahren werde ich mein Ziel erreichen. Die meisten Menschen sind nach einige Wochen so demotiviert, dass es kaum vorangeht. Genau in solchen Situationen ist die Fokussierung auf Prozesse und Systeme der bessere Weg.

Mikro-Ziele sind besser

Wenn du ein Ziel anvisiert hast, kannst du kaum vorhersagen, was alles auf dem Weg dahin passieren kann. Keiner kann das. Und wenn dein Ziel sehr stramm nach der SMART-Methode formuliert ist, hast du von Anfang an schlechte Karten. Deshalb: Kurzfristige Ziele setzen, am besten jeden Tag und sie auch erreichen.

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