Startup gründen – Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz spricht über Macht, Freizeit und Verdienstmöglichkeiten

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Startup gründen – Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz spricht über Macht, Freizeit und Verdienstmöglichkeiten

2004 haben Mark Zuckerberg und Dustin Moskovitz Facebook gegründet. Heute sind sie milliardenschwer (laut Forbes beträgt das Vermögen von Moskovitz mehr als 8 Mrd. US-Dollar). Dustin arbeitet derzeit an seinem eigenen Startup Asana.

In einer Präsentation hat er jetzt verraten, wie es wirklich ist, ein eigenes Startup zu gründen, welche Vorteile und Nachteile es gibt und wie viel Geld man als Gründer und als Mitarbeiter in einem Startup verdient.

Wozu ein Startup gründen?

Laut Moskovitz denken die Meisten, ein Unternehmen zu gründen sei etwas „Glamouröses“. Für dieses verzerrte Bild ist vor allem die Presse verantwortlich. Der Startup-Gründer sagt seinen Mitarbeitern wo es lang geht, kann seine Arbeitszeit frei einteilen und verdient deutlich mehr als ein Angestellter – das zumindest glauben die meisten Menschen.

Um zu verdeutlichen, woher diese Meinung kommt und wo die Unterschiede zur Realität sind, hat Moskovitz in seiner Präsentation auf die Ausschnitte aus dem Film „The Social Network“ zurückgegriffen:

In einer der Szenen greift zum Beispiel der Eduardo Saverin-Darsteller Andrew Garfild ungeduldig zu einem Marker, um schnell eine mathematische Formel für den Algorithmus auf der Fensterscheibe zu notieren. Das allerdings hat mit der Realität wenig zu tun. Wer mit seinem technologischen Startup erfolgreich sein will, muss vor allem sehr viel Zeit in die Produkt-Entwicklung stecken – so Moskovitz.

Und was sind die Nachteile?

Es gibt mehrere Dinge im Leben eines Unternehmers, die nicht so rosig sind. An erster Stelle steht Stress. Wer ein Startup gründet, übernimmt die volle Verantwortung für das Unternehmen und das Team, schließlich opfern diese Menschen die besten Jahre ihres Lebens für sein Startup. Außerdem muss sich ein Startup-Gründer um die Finanzierung kümmern, mit Investoren und der Presse sprechen und viele andere Dinge tun.

Als nächstes räumt der 30-jährige Moskovitz mit den größten Mythen des Startup-Lebens auf.

1. Mythos: Das Chef-Sein

Der Startup-Gründer bestimmt, wer was wann zu tun hat und alles tanzt nach seiner Pfeife. Auch dieses Bild hat mit der Wirklichkeit wenig gemein. Um zu zeigen warum, zitiert Moskovitz auf einer seiner Folien Phil Libin, den CEO von Evernote:

Die weit verbreitete Vorstellung darüber was es heißt, ein Unternehmen zu leiten ist falsch. In Wirklichkeit gibst nicht du den Ton an. Vielmehr hast du jetzt mehrere Chefs – deine Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, User, Medien - sie alle sind der CEO des Startups.

Ich hatte noch nie so viele Chefs und musste noch nie so vielen Menschen gegenüber Rechenschaft ablegen. Das ist das wahre Leben eines Startup-Gründers. Wenn Sie also Macht haben und ihre Autorität ausleben wollen, gehen sie lieber zum Militär oder in die Politik, in einem Startup sind sie falsch.

2. Mythos: Flexible Arbeitszeiten

Auch hier zitiert Moskovitz gerne Libin, um sarkastisch auf einen weiteren Mythos der Selbstständigkeit hinzuweisen:

Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist man als Startup-Gründer in der Tat sehr flexibel. Man kann es sich nämlich aussuchen, welche 24 Stunden am Tag man arbeiten möchte...

Der Gründer von Asana betont an der Stelle, dass man als Unternehmer kein Wochenende hat, da man permanent mit seinem Projekt und seiner Entwicklung beschäftigt ist. Nicht zu vergessen, ein Startup-Gründer hat auch eine Vorbildfunktion für das gesamte Team.

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3. Mythos: Verdienstmöglichkeiten im Startup

Die Mitarbeiter eines erfolgreichen Startups können in den meisten Fällen fast genauso viel Geld verdienen wie der Gründer. Zum Vergleich zeigt Moskovitz in seiner Präsentation zwei Tabellen: eine mit dem Wert und den Verdienstmöglichkeiten in einem erfolgreichen Unternehmen, wie Dropbox oder Facebook und eine mit fiktiven und „schwachen“ Startups.

Nach der Schätzung von Moskovitz kann beispielsweise der 100-ste Mitarbeiter eines profitablen Unternehmens (das 10 Mrd. US-Dollar Wert ist) mit 10 Mio. US-Dollar rechnen. Ist das (fiktive) Unternehmen nur 100 Mio. US-Dollar Wert, verdient der Startup-Gründer nicht mehr als 10 Mio. US-Dollar verdienen.

Neues Projekt vs. Weiterentwicklung

Moskovitz ist überzeugt, dass die Weiterentwicklung eines erfolgreich gestarteten Projektes einfacher ist, da man hier auf eine gute Nutzer-Datenbank, eine optimierte Infrastruktur und ein starkes Team zurückgreifen kann. Ein Beispiel: der Entwickler von Google Maps Bret Taylor war ungefähr der 1500-ste Mitarbeiter bei Google und schloss sich später Facebook mit 250 Mitarbeitern an, wo er unter anderem die Entwicklung des berühmten Like-Buttons vorangetrieben hat.

Fazit und Lesetipps:

Moskovitz ist überzeugt, dass man nicht deshalb ein Unternehmer wird, weil man so viel Macht, Freiheit oder Geld hat. Vielmehr sind es die, die ihr eigenes, wenn auch riskantes Projekt realisieren wollen. Hier findest du seine Original-Präsentation als PDF-Datei.

Am Ende der Präsentation empfiehlt der Facebook-Mitgründer einige Bücher zum Selbststudium, hier die adaptierte Liste:

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