Selbstständig – 10 Don’ts

Selbstständig - 10 Don’ts

Selbstständig zu sein, das bedeutet noch lange nicht auch erfolgreich mit seinem Produkt oder seiner Dienstleistung zu sein. Als Gründer muss man sich mit vielen Dingen gleichzeitig herumschlagen. Und oft setzt man seine Prioritäten völlig falsch.

Genau deshalb werde ich in diesem Beitrag auf die 10 Don’ts in der Selbstständigkeit eingehen und über meine persönlichen Erfahrungen und die Erfahrungen anderer Menschen berichten, mit denen ich gesprochen hatte. Außerdem findest Du hier auch hilfreiche Tipps für Deine Selbstständigkeit.

Irrtum Nr.1: Das Wichtigste, wenn man selbstständig ist, ist das perfekte Produkt

Das eigene Produkt ist wichtig, aber ist er auch das Wichtigste? Nein! Der Erfolg in der Selbstständigkeit hängt von sehr vielen Faktoren ab – einige davon kann man als Gründer beeinflussen, andere sind eher zufällig.

Natürlich steht das Produkt oder die Dienstleistung im Mittelpunkt, allerdings muss man auch beim besten Produkt die Werbetrommel rühren.
Man kann nicht früh genug mit der Werbung des eigenen Produkts anfangen und sollte diese nicht auf die lange Bank schieben, denn es dauert seine Zeit, bis sich die Message verbreitet hat.

Sobald das Konzept bzw. das Produkt steht (es muss nicht fehlerlos sein, es reicht, wenn es gut funktioniert), sollte man damit in die Öffentlichkeit gehen, anstatt ewig zu optimieren und seine Selbstständigkeit abzubremsen. Verwerfen kann man seine Ideen dann im zweiten Schritt immer noch 😉

Irrtum Nr.2: Fans und Gemeinschaft? Die ergeben sich später automatisch!

Besucht man ein erfolgreiches Portal oder Blog, sieht man in der Regel auch die große Anzahl der Facebook-, Google+- oder Twitter-Follower, die die Sidebar schmücken.

Da liegt der Schluss nahe, dass diese sich automatisch ergeben und guter Content hierfür ausschlaggebend ist oder war.
In den meisten Fällen jedoch kamen die zahllosen Anhänger nicht über Nacht, vielmehr wurde die Nachricht über das Startup aktiv und gezielt verbreitet. Da steckt in der Regel viel, viel Arbeit dahinter.

Mein Tipp für die Selbstständigkeit: im Internet nach der passenden Gemeinschaft für das Produkt recherchieren und sich aktiv an den Diskussionen beteiligen, thematisch passende Tweets retweeten, anderen aktiven Leuten folgen.

Anmerkung: Hier, wie in jedem Bereich der Selbstständigkeit, muss man einen langen Atem haben, die Fans kommen, das dauert nur eine Weile, das heißt auch hier sollte man nicht zu lange zögern, sondern schnellstmöglich los legen.

Irrtum Nr.3: Meine Homepage bringt mein Produkt selbstständig an den Mann!

Das erlebe ich beinahe täglich: Seltsamerweise sind immer noch sehr viele Menschen der Meinung, dass, wenn sie eine Landingpage für ihr Produkt haben (welche sie mit Keywords vollstopfen), ihr Produkt sich von alleine verkauft. Dadurch verlieren sie sehr viel Zeit und schieben die Schuld am Ende oft ihrem Produkt, ihrem Webdesigner oder weiß der Geier wem in die Schuhe.

Fakt ist: Es gibt viele, sehr viele Webseiten im Netz und eine neue Landingpage geht hier sofort unter, wenn man sich nicht vorher gründlich Gedanken über seine Zielgruppe (und damit zum Beispiel über die Usability), die Lage des Unternehmens (Local SEO) und andere strategische Dinge macht.

Eine Website alleine ist wie eine Visitenkarte, die man sich aus dem Internet gezogen hat und die irgendwo auf der Straße liegt. Nur wenn diese gezielt erstellt und platziert wird, kann sie ihre Aufgabe auch erfüllen.

Irrtum Nr.4: Bloggen? Was hat das mit meinem Unternehmen zu tun?

Das Thema Bloggen scheint für viele in der Selbstständigkeit immer noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Dabei ist es relativ einfach einen Blog für sein Unternehmen aufzusetzen und Blog-Themen zu finden.

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Ein Blog schafft Transparenz, baut eine Beziehung zu Kunden oder Interessenten auf und trägt inzwischen auch entscheidend zur Suchmaschinenoptimierung bei. Darauf sollte man keinesfalls verzichten.

Irrtum Nr.5: Social Media Marketing? Ich kenne da einen, der macht das schon!

Die Verantwortung für sein Social Media Marketing kann man nicht an den erstbesten übergeben. In den sozialen Netzwerken geht es darum, authentisch aufzutreten und der Gemeinschaft einen Blick auf den Menschen hinter dem Unternehmen zu bieten und dieser Mensch bist Du!
Du musst mit Deinen Fans kommunizieren! Punkt.

Irrtum Nr.6: Was die Konkurrenz macht, das kann meiner Selbstständigkeit auch nicht schaden!

Man kann Geschäftsmodelle nicht einfach übernehmen. Warum nicht? Weil man das Geschäftsmodell eines Konkurrenten nie genau genug kennt und im Nachhinein feststellen muss, dass es aus irgendwelchen Gründen nicht klappt.

Als Selbstständiger wird man sich aber so oder so für eine Nische entscheiden, in der sich auch andere Dienstleister bewegen. Diese kann man kopieren und verbessern. Wie? In diesem Beitrag findest du viele Anregungen zur Optimierung von Business-Ideen.

Irrtum Nr.7: Ich musst jeden Auftrag annehmen

Nein, das musst Du selbstverständlich nicht. Viele Aufträge bedeuten (auf den ersten Blick) auch viel Umsatz, aber das ist leider nicht immer so. Wenn man beispielsweise einen Auftrag annimmt, mit dem man überfordert ist (das kann viele Gründe haben, es könnten technische oder persönliche Hürden sein), ist der Stress vorprogrammiert und andere Aufträge bleiben auf der Strecke.

Wähle Deine Aufträge sorgfältig aus, damit Du diese in akzeptabler Zeit und mit vertretbarem Aufwand und auch mit Spaß bewältigen kannst!

Irrtum Nr.8: Wozu etwas ändern, es läuft doch!?

Die Frage ist nur, wie lange deine Selbstständigkeit auf diese Weise noch läuft. Es gibt viele Situationen, die einem hier einen Strich durch die Rechnung machen: neue Konkurrenz, die Sättigung des Marktes oder andere Dinge können dazu führen, dass die Nachfrage nach Deinem Produkt einbricht.

Hier sollte man sich permanent weiter bilden, sich parallel noch ein zweites und drittes Business aufbauen und interne wie externe Abläufe, wie die Kundenakquise optimieren.

Irrtum Nr.9: Wozu outsourcen, ich bin selbstständig und schaffe alles alleine!?

Natürlich kann man sich in fast jedes Thema einlesen und einarbeiten, aber hier solltest Du Dich fragen, ob das auch effektiv für Deine Selbstständigkeit ist. Der Punkt ist, dass es Dienstleister gibt, die sich zum Beispiel auf das Thema Marketing oder Steuern spezialisiert haben und diese Dinge schneller und besser erledigen können als Du.

Meistens ist es also sinnvoller, wenn man in dieser Zeit seiner eigenen Selbstständigkeit nachgeht und einen Teil seiner Einnahmen in die Steuer-Beratung oder Marketing-Beratung (bzw. das Coaching) investiert.

Irrtum Nr.10: Es ging schief, ich mach so etwas nie wieder

Es geht immer wieder etwas schief, auch in der Selbstständigkeit. Ein Deal platzt, Prognosen treten nicht ein und und und. Wenn eine Idee mal nicht funktioniert hat, bedeutet es noch lange nicht, dass sie nicht funktionieren kann.

Vielleicht wurde etwas nicht berücksichtigt oder bedacht? An der Stelle helfen einem Geduld und eine sorgfältige Analyse der Situation. Meistens lässt der Output in der Selbstständigkeit etwas auf sich warten, das ist ganz normal.

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  1. […] Doch nie zu euphorisch werden! Das Start-Up-Paket berichtet von 10 Irrtümern, die das Gründer- und Selbstständigen-Leben so schwer machen können. Auch weitere Artikel laden zum Schmökern ein, blättern Sie weiter in anderen Artikeln, wenn Sie das Thema interessiert. http://start-up-paket.de […]

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