Selbstmanagement in der Selbstständigkeit – noch effektiver sein! – 6 Tipps

Was steckt hinter dem Begriff Selbstmanagement und wie wichtig ist es für die Selbstständigkeit? Dazu ein Beisiel: Abends, nach einem stressigen Arbeitstag, während man in Gedanken schon für den nächsten Tag plant, wird man oft das Gefühl nicht los, man hätte auch an diesem Tag mehr schaffen können. Mehr Kunden akquirieren, mehr Aufträge bearbeiten, mehr Blog-Beiträge schreiben.

Wie kann man also seine Prioritäten richtig setzen, sich bewusst kontrollieren, effektiver und besser planen und seine Ziele schneller erreichen? Was muss man praktisch tun, damit das auch in der Selbstständigkeit klappt? Oder einfacher: Wie wird man besser in allem, was man anpackt? Genau darum geht es beim Selbstmanagement im heutigen ausführlichen Blog-Beitrag.

Bevor wir uns genauer anschauen, was hinter den 6 Tipps fürs Selbstmanagement im Detail steckt, ein kurzer Überblick darüber, was uns in diesem Post beschäftigen wird:

Selbstmanagement: mit 6 Tipps noch effektiver in der Selbstständigkeit sein:

  1. Tipp – Was sind deine Ziele und Prioritäten?
  2. Tipp – Aktiv statt passiv sein!
  3. Tipp – Effektiv sein! Wie effektiv bist du in deiner Selbstständigkeit?
  4. Tipp – Das Makroziel splitten
  5. Tipp – Die Mikroziele mit der SMART-Methode festnageln
  6. Tipp – Belohne dich dafür!

Tipp Nr. 1 – Dein Selbstmanagement, deine Ziele, deine Prioritäten

Bevor man überhaupt mit irgendetwas anfangen kann, muss man sich für ein Ziel entscheiden. Nochmal: ein Ziel! Nicht zwei oder zwanzig, ein Ziel. Angenommen du willst ein Start-up starten, genau das ist dein wichtigstes Ziel. Von nun an richtet sich alles in deiner Selbstständigkeit und außerhalb davon nach diesem Ziel.

Welche Schritte im Selbstmanagement sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen? Genau. Eine gute Idee, ein Business-Plan und ein Marketing-Plan müssen her. Genau diese Dinge haben Priorität, alles andere kommt danach. Du wirst dich wundern wie weit man kommen und wie gut man in einer Sache werden kann, wenn man sich ausschließlich auf dieses eine Ziel konzentriert und systematisch und Schritt für Schritt an der Realisierung arbeitet.

Beim Selbstmanagement dreht sich alles um das Ziel. Ein bestimmtes Ziel setzt automatisch Prioritäten für dich. Wenn du genau weißt, wohin du willst, musst du dir keine Gedanken darüber machen, was du jetzt tun solltest und was nicht. Auch die Entscheidung darüber, wie viel Energie, Zeit und Geld du in eine bestimmte Sache investieren solltest, fällt dir mit einem konkreten Ziel sehr viel einfacher.

Dabei unterschieden sich die Wünsche und Ziele der Menschen genau wie die Menschen selbst. Die einen wollen kochen lernen, den anderen geht es eher darum, in der Selbstständigkeit erfolgreich zu sein oder sogar die Galaxien zu erobern 😉 Nimm dir also etwas Zeit und mach dir ein paar Gedanken: Was ist dein Ziel, das du in naher Zukunft erreichen willst? Ohne dieses macht das Selbstmanagement keinen Sinn. Du weißt es nicht genau?

Es gibt da etwas, was dir dabei hilft zu entscheiden, welches Ziel für dich im Moment das Wichtigste ist:

Maslowsche Bedürfnis-Pyramide und das Selbstmanagement

Der Psychologe Abraham Maslow hat sich darüber den Kopf zerbrochen, was Menschen grundsätzlich motiviert. Sein Ergebnis: Je nach Situation sind für uns Menschen bestimmte Dinge wichtiger als andere. Seine Erkenntnisse hat er in einem Schema, der sogenannten Maslowschen Bedürfnis-Hierarchie oder -Pyramide zusammengefasst.

Für alle in der Selbstständigkeit, sollte diese Pyramide ein Begriff sein. Wer das Modell nicht kennt, hier eine kurze Zusammenfassung für unser Selbstmanagement – Rezept (Mehr über die Maslowsche Bedürfnispyramide gibt’s auch im Netz).
Die Maslowsche Bedürfnispyramide hat fünf „Stufen“ (von unten nach oben):

  1.  Physiologische Bedürfnisse, also essen, trinken und so weiter.
  2. Sicherheitsbedürfnisse, zum Beispiel das Einkommen
  3. Soziale Bedürfnisse, also Familie und Freunde
  4. Individualbedürfnisse, also der eigene Image, Freiheit, Selbstständigkeit
  5. Bedürfnis der Selbstverwirklichung, also sein Potential maximal ausschöpfen

Für unser Selbstmanagement ist es wichtig zu wissen, dass unsere Ziele davon abhängen, auf welcher Stufe wir uns gerade befinden. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir nur dann ein bestimmtes Ziel anvisieren und aktiv werden können, wenn unsere Bedürfnisse „unterhalb“ befriedigt worden sind.

Wenn wir also Durst oder Hunger haben, dann können wir die „höhere“ Stufe, also zum Beispiel unsere Freunde besuchen und die Beziehungen vernünftig pflegen, nur schwer im Auge behalten und realisieren. Unsere Prioritäten sind in diesem Augenblick anders gesetzt. Erst wenn das „Ziel“ Physiologische Bedürfnisse erreicht worden ist, können wir uns auf alle anderen Ziele oberhalb konzentrieren und sie erreichen.

Noch eine kleine Anmerkung:

Die Maslowsche Bedürfnispyramide ist ein Modell und wie alle Modelle hat auch dieses seine Schwächen. Ich denke das diese Idee hier ins Selbstmanagement sehr gut rein passt und sie einem bei der Entscheidung nach dem „richtigen“ Ziel auf jeden Fall weiterhelfen wird. Gut, wenn wir ein Ziel haben, geht es weiter:

Tipp Nr. 2 – Aktiv statt passiv in der Selbstständigkeit sein!

Das ist der eigentliche Schlüssel zu mehr Produktivität. Es ist wichtig zu verstehen, dass du jede, wirklich jede Aufgabe und Herausforderung meistern kannst, wenn du dich aktiv statt passiv verhältst. Tagtäglich treffen wir Menschen, die viele Dinge wollen, einige von ihnen tun auch etwas dafür, irgendwie.

Und genau das ist der Knackpunkt im Selbstmanagement: „Wollen und irgendwie tun“. Das klingt zu passiv und das ist es auch. Von Effektivität in der Selbstständigkeit kann hier keine Rede sein. Jeder ist mit irgend etwas nicht zufrieden, viel wichtiger ist aber, was derjenige aktiv dafür tut, dass sich die Situation ändert? Meistens nichts!

Wenn wir effektiver sein wollen, sollten wir damit aufhören, Beobachter zu sein, nur zu wollen reicht nicht, wir müssen eine aktive Position einnehmen, auch darum geht es im Selbstmanagement! Wir müssen die Gelegenheit beim Schopf packen und bestimmte Dinge aktiv tun. Genau damit beginnt der Erfolg im Business und im Leben insgesamt. Gut, wir sind also aktiv bei der Sache und agieren, statt zu reagieren. Was bracht man noch, um besser zu werden?

Tipp Nr. 3 – Effektiv sein! Wie effektiv bist du in deiner Selbstständigkeit?

Was ist überhaupt Effektivität? Effektivität ist das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis. Ein Beispiel:
Wenn du zum Beispiel ein Haus bauen möchtest und überhaupt keine Ahnung davon hast, hast du genau zwei Möglichkeiten.

  1. Du besorgst dir diverse Bücher und Zeitschriften zum Thema „Haus bauen“, redest mit Freunden und Bekannten, die sich auskennen, kaufst dir das nötige Werkzeug und versuchst es mehr oder weniger im Alleingang. So etwas kann dann Jahre dauern und niemand kann garantieren, dass es klappt und du am Ende ein Dach über dem Kopf haben wirst. Oder:
  2. Du beauftragst ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat und in einigen Monaten darfst du dann in deine vier Wände einziehen.
  Der Verkauf in der Selbständigkeit - 4 Killer

Welche der beiden Lösungen ist effektiver? Ich meine, wer ist effektiver, du oder das Unternehmen? Natürlich sind die Spezialisten im Unternehmen deutlich effektiver als du, denn für dich ist es viel aufwändiger ein Haus zu bauen als für ein spezialisiertes Unternehmen. Was bedeutet das für deine Selbstständigkeit und dein Selbstmanagement?

Das bedeutet, dass du für diese Aufgabe mehr Zeit, Energie und vielleicht sogar mehr Geld benötigst (weil Vieles nachgebessert werden muss). Mit deinem Wissen, deinen Ressourcen, deinen Fähigkeiten und Talenten bist du wahrscheinlich für andere Dinge besser ausgestattet, aber nicht für die Aufgabe ein Haus zu bauen. Was folgt daraus?

Ganz einfach: Um effektiver zu sein, sollte man sich seine Aufgaben genauer anschauen und sich fragen, ob man darauf spezialisiert ist und alles nötige zur Verfügung hat, um diese Dinge in einer vernünftigen Zeit zu lösen.

Gut, wir haben uns nun für genau ein Ziel entschieden. Damit sind auch die Prioritäten richtig gesetzt. Und wir sind uns darüber einig, dass aktive Menschen erfolgreicher sind als passive Menschen. Wir wissen auch welche Mittel (Wissen, Ausstattung, Zeit, Geld) wir haben, um unser Ziel zu erreichen. Fehlt noch etwas? Ja! Du wirst noch effektiver im Selbstmanagement, wenn du dein Makro-Ziel splittest.

Tipp Nr. 4 – Das Makroziel splitten und Ziele in der Selbstständigkeit schneller erreichen

Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem Start-up: Wir wollen also unser eigenes Business auf die Beine stellen. Ein eigenes Business, das ist also unser Makro-Ziel. Aber wie fängt man jetzt an, dieses Ziel zu realisieren? Wer erfolgreiches Selbstmanagement betreibt, geht wie folgt vor: Er splitten oder teilt einfach das Makro-Ziel in mehrere Mikro-Ziele.

Wir müssen zum Beispiel gute und praktische Startup-Ideen finden und einen attraktiven Businessplan schreiben, um unser Haupt-Ziel zu erreichen. Dasselbe machen wir dann im nächsten Schritt mit den Mikro-Zielen.

Wir suchen also nicht sofort nach guten Start-up-Ideen für die Selbstständigkeit, stattdessen wir teilen wir dieses Mikro-Ziel und sammeln vorerst alle Ideen, die uns in den Sinn kommen. Danach könnten wir zum Beispiel umsetzbare Start-up-Ideen herauszufiltern und so weiter.
Selbstmanagement schön und gut, aber wir haben immer noch nichts unternommen, um unser Ziel zu erreichen. Jetzt brauchen wir einen konkreten Plan, den wir umsetzen können.

Tipp Nr. 5 – Die Mikroziele mit der SMART-Methode festnageln.

Vor uns liegt also eine Liste mit mehreren Mikro-Zielen. Einige müssend dringend umgesetzt werden, für die anderen hat man vielleicht etwas mehr Zeit. Genau das machen wir auch. Wir legen also fest, was ganz oben auf der Liste steht und was weiter unten.

Wir wissen also jetzt, dass wir für unsere Selbstständigkeit zum Beispiel als erstes einen Business-Plan schreiben wollen und unser Mikro-Ziel ist es, herauszufinden, welche Fragen unser Businessplan beantworten muss. Bevor wir aber mit der Recherche dazu beginnen, hat es sich im Selbstmanagement bewährt, seine Ziele nach der sogenannten SMART-Methode zu formulieren.

Sehr deutlich lässt sich dieses Prinzip am Beispiel des Bogenschießens visualisieren, das ich hier schnell skizzieren werde. SMART steht dabei für:

  • S wie spezifisch: Ein ziel muss eindeutig, genau und konkret sein. Ist das Ziel schwammig formuliert, führt das logischerweise dazu, dass du Dinge tust, die am Ziel vorbeigehen und das ist alles andere als effektiv. Nur wenn du ein Ziel genau sehen und anvisieren kannst, kannst du es auch treffen. Was und wo ist dein Ziel?
  • M steht für messbar. Du musst also messen können, ob du dein Ziel in der Selbstständigkeit auch getroffen hast. Beim Bogenschießen wäre das zum Beispiel die Zielscheibe. Hier kann man sofort messen, wie gut das Ziel getroffen wurde oder eben nicht. Wie kannst du also überprüfen (am besten mit Zahlen oder Fakten), ob du das Ziel auch erreicht hast?
  • A bedeutet attraktiv. Das Ziel muss also interessant für dich sein, nur so bist du auch motiviert, es zu erreichen. Wenn du beim Bogenschießen zwei Meter von der Zielscheibe stehst, stellt das vermutlich keine große Herausforderung für dich dar. Anders ist es, wenn dein Ziel hundert Meter weiter steht.
  • R steht in unserem Akronym für realistisch. Nur realistische Ziele sind auch erreichbar. Das ist wichtig für dein Selbstmanagement. Dein Ziel darf sich also nicht mehrere hundert Meter weiter befinden. So weit kannst du gar nicht schießen, geschweige denn treffen. Diesen Punkt hatten wir oben schon kurz angerissen: Mikro-Ziele lassen sich nämlich eher erreichen als das Makro-Ziel.
  • T steht für terminiert. Das ist ein wichtiger Punkt, denn dein Ziel muss innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht werden. Du musst dir also Fristen dafür setzen, ansonsten dauert das alles ewig und deine Effektivität und dein Selbstmanagement gehen vor die Hunde.

Diesen praktischen Algorithmus wendest du am besten auf jedes deiner Mikro-Ziele an. Und noch ein Punkt: Diese Dinge müssen natürlich schriftlich formuliert werden, aus dem Wunsch alles im Kopf zu managen wird meistens nichts.

Hast du dein Mikroziel erreicht, streiche es von deiner Liste und du wirst merken, wie gut das tut. Das pusht dich auf jeden Fall weiterzumachen. Dieser Punkt ist enorm wichtig für eine erfolgreiche Selbstständigkeit und ebenso für das effektive Selbstmanagement, denn das hat viel mit dem Tipp Nr. 6 dieses Beitrags zu tun:

Tipp Nr. 6 – Belohne dich

Der gute alte Pawlow. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Art Konditionierung auch hier greifen kann. Nachdem man ein Mikroziel erreicht hat, sollte man sich dafür belohnen. Im Selbstmanagement beginnt das schon mit dem Abhacken der erreichten Mikroziele. Auch die Erholung nach der Arbeit zähle ich zur Belohnung dazu. Eine Pizza oder ein Stück Kuchen würden das Ganze perfekt machen. Für das nächste Mikro-Ziel bist du so auf jeden Fall motiviert.

Fazit:

Ich denke es ist klar geworden, wie man im Selbstmanagement vorgehen kann, wenn man seine Effektivität steigern und mehr in der Selbständigkeit schaffen möchte: Also, Ziele genau formulieren, diese aktiv anpacken, seine Möglichkeiten im Auge behalten, mit Mikrozielen beginnen, diese Mikroziele mit der SMART-Methode schriftlich formulieren, seine Mikro-Ziele erreichen und sich dafür belohnen. So, das war’s für heute von mir, ich werde mich jetzt für diesen Blog-Artikel mit einem leckeren Kaffee belohnen. Und auch du solltest dir was gönnen, wenn du es bis hierhin geschafft hast! 😉

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1 Antwort
  1. Andrea
    Andrea says:

    Hallo,

    ein toller Beitrag zum Thema Selbstmanagement für Startups! Besonders das Priorisieren von Aufgaben und Zielen finde ich sehr wichtig. Stichwort: Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen….Mir hat dabei die ABC-Analyse sehr geholfen. Vielleicht ist das auch was für euch? Hier könnt ihr meine Anleitung zur ABC-Analyse nachlesen: https://debitoor.de/gruenderlounge/unternehmensgruendung/die-abc-analyse-so-setzt-du-erfolgreich-prioritaeten
    Habt ihr noch weitere Tipps zur Effizienzsteigerung?

    Viele Grüße,

    Andrea
    Debitoor

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