Kunden im Internet gewinnen – wo sind deine Influencer?

Influencer? Noch nie gehört? Nein, das Phänomen ist nicht neu, es gab sie schon immer: Persönlichkeiten, die es irgendwie geschafft haben, andere Menschen und ganze Menschen-Gruppen auf ihre Seite zu bringen. Was genau steckt dahinter?

Und was hat das mit dem Thema Kundengewinnung im Internet zu tun? Angeregt durch die Blogparade “Wie finde ich den Influencer?” auf MonitoringMatcher, schaue ich mir heute diese spannenden Fragen genauer an und gebe Tipps zur Kundenakquise im Netz.

Für alle die, die mit dem Begriff Influencer in diesem Zusammenhang wenig anfangen können, hier eine eigene kurze Definition:

Der Begriff Influencer kommt aus dem Englischen und bedeutet „Beeinflusser“. Im Internet sind das meist Menschen, die viele echte und loyale Leser und Follower haben und einen hohen Status als Experte oder Trendsetter genießen (das ist nicht immer so eindeutig, dazu gleich mehr). 

Wahrscheinlich kennt jeder mindestes einen solchen Beeinflusser aus seinem virtuellen Umfeld. Influencer sind damit alle die, die eine riesige Fan-Gemeinschaft in Social Media oder auf ihrem eigenen Blog haben.

Warum hören wir auf Influencer?

Das ist eine gute Frage! Das Ding ist, dass wir permanent Entscheidungen treffen müssen: Was ist gut, was ist schlecht? Was ist richtig oder falsch? Soll ich’s machen oder soll ich’s lassen? Meistens geht man hier und da ein Risiko ein und dann und wann fällt man dann auch auf die Schnauze.

Um sich schneller zu orientieren und seine Risiken zu minimieren, hat sich eine Sache ziemlich bewährt: Menschen zu folgen, die sich auskennen und einen entsprechenden Status haben. Der letzte Punkt wird weiter unten ausschlaggebend sein, wenn es darum gehen wird, Influencer für sein Business zu finden.

Warum sind Influencer so interessant für Unternehmen?

Doch warum sind diese „Auserwählten“ für viele Unternehmen so interessant? Naja, wenn man bedenkt, dass hinter diesen Persönlichkeiten echte Leser, Follower und Fans stehen, die für Dinge, die der Influencer von sich gibt, besonders empfänglich sind, liegt die Antwort auf der Hand. Das hat sich auch in den meisten Marketing-Abteilungen der Unternehmen inzwischen rumgesprochen:

Neue Produkte, Aktionen und Events können mit Hilfe der Influencer sehr schnell und sehr präzise bekannt gemacht werden. Wenn man also als Unternehmen seine Zielgruppe gut kennt und sich entsprechend auf die Suche nach einem „geeigneten“ Influencer macht und diesen auch findet, hat man kaum Streuung und gute Chancen fürs Branding oder für eine bessere Konversion im Internet.

„Falsche“ Influencer oder schwarze Schafe im Netz

Alex ist seit vier Jahren Freiberufler, doch er arbeitet überwiegend undercover. Jeden Tag besucht er diverse Foren und Gruppen in Social Media: Mal ist er eine 32-jährige allein erziehende Mutter mit zwei Kindern und im nächsten Augenblick schimpft er als 40-jähriger Auto-Schrauber im Forum für Auto-Liebhaber und gibt Ratschläge und Tipps. Egal wo er sich online aufhält, immer geht es direkt oder indirekt um bestimmte Produkte oder Dienstleistungen. Alex ist ein Influencer, also ein Beeinflusser, jedoch ein „falscher“.

Engagiert, um mit seinen „Produkt-Erfahrungen“ bestimmte Community-Mitglieder auf die Seite einer bestimmten Marke zu ziehen, muss er sich schnell in die Besonderheiten der Zielgruppe und des Produktes einarbeiten und es indirekt verkaufen.

Da fragt man sich, warum niemand Verdacht schöpft und etwas dagegen unternimmt? In der Tat werden solche Influencer zwischendurch oft mal „enttarnt“. Das Problem: In diesen Foren sind meist mehrer solcher Beeinflusser unterwegs, die einander gerne mal „decken“ und als Gruppe agieren.

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Einigen Gerüchten im Netz zufolge ist diese Praxis in vielen Branchen und Firmen inzwischen Gang und Gebe (die Details der Geschichte habe ich übrigens erfunden, der Background soll sich jedoch in etwas so abspielen).

Wie findet man die richtigen Influencer und damit mehr Kunden?

Ich werde hier nicht auf die „falschen“ Influencer eingehen, da das ein Thema für sich ist und man hier kaum verlässliche Informationen oder Statistiken findet. Stattdessen geht es um die echten Beeinflusser im Internet, also zum Beispiel um Blogger, denen viele User folgen.

Die erste Aufgabe lautet also, solche Blogger für sein Produkt finden. Wie geht man hier am besten vor? Der schnellste und einfachste Weg ist, sie zu googeln. Davor muss allerdings klar sein, nach wem oder was man genau sucht. Und davor muss bekannt sein:

  1. Wer gehört zu meiner Zielgruppe?
  2. Was will ich mit Hilfe der Influencer erreichen (z.B. Branding oder mehr verkaufen)?

Hat man also beispielsweise vor, Bücher zu verkaufen, so macht es Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, welche Bücher ich verkaufen möchte (Romane, Sachbücher etc.), wie alt die Leser sind und was diese Zielgruppe sonst noch interessiert. Aus diesen Informationen leitet man dann einige Keywords ab (Tipp: Nach Synonymen recherchieren…).

 

Anschließend macht man sich mit den entsprechenden Keywords „Bücherwurm“, „Bibliomane“, „Leseratte“ und Ähnlichem auf die Suche nach themenrelevanten Blogs. Auch das Recherchieren in Blog-Verzeichnissen kann hier schnell zum Ergebnis führen (das populärste unter ihnen ist wohl Bloggerei).

Auf jeden Fall sollte man sich dann auf dem Blog gut umschauen, und sich die Themen, Kommentare und andere Informationen im Detail anschauen. Wenn man das hat, bleibt noch eine Sache zu tun:

Wie spricht man die Influencer an, um sein Produkt zu vermarkten?

Hier muss man aufpassen! Warum? Ganz am Anfang habe ich den Begriff Influencer kurz definiert. Dort war auch vom Experten-Status die Rede. Genau das ist der wunde Punkt. Ein Experte hat immer einen Ruf zu verlieren. Wer da zu plump vorgeht, hat ziemlich schlechte Karten.

Wenn ausschließlich das Produkt und seine Vermarktung im Vordergrund stehen und die Leser eines Influencers das auch noch mitkriegen, kann das sehr schnell in einem Shitstorm oder Ähnlichem enden.

Deshalb ist hier Fingerspitzengefühl gefragt! Ich kann mir aber gut vorstellen, dass eine Strategie, die auch Content Marketing verfolgt, hier durchaus fruchten kann. Wenn man also statt einfach sein Produkt zu vermarkten, den Lesern und Followern kostenlose und vor allem nützliche Tipps und Infos bietet, wird auch ein Influencer eher darauf eingehen. In diesem Fall bietet der Influencer bzw. Blogger Mehrwert, von dem überall im Netz die Rede ist.

Fazit:

Eine Kooperation mit einem Influencer ist sehr sinnvoll und vor allem wirkungsvoll, wenn man als Marketing-Beauftragter (als Selbstständiger muss man auch diesen Job selbst machen), auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam machen möchte oder muss. Es muss aber klar sein, wen man ansprechen möchte, wie man für diese Zielgruppe einen passenden Influencer finden kann und wie man eine solche Kooperation einleitet, ohne jemandem auf die Füße zu treten.

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