Kickstarter in Deutschland – Start up Finanzierung leicht gemacht

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kickstarter.com

Screenshot: kickstarter.com

Heute werde ich über das Geld reden oder besser gesagt darüber, wo man es herkriegt, um sein Startup zu finanzieren. Wer ein interessantes, praktisches oder nützliches Projekt auf die Beine stellen möchte, braucht auf jeden Fall Unterstützung, egal ob in Deutschland oder anderswo. 

Bei der Start up Finanzierung geht es aber nicht nur um ein paar Hundert Euro, sondern um deutlich höhere Summen. Das macht die Sache natürlich nicht einfach. Die Globalisierung und weltweite Vernetzung eröffnen uns hier allerdings viele neue Möglichkeiten.

Die meisten werden es erraten haben: Es geht um Crowdfunding und um die populäre Crowdfundig-Plattform Kickstarter, die ab dem 28. April 2015 auch in Deutschland geben soll.

Was ist überhaupt Crowdfunding?

Beim Crowdfunding haben Menschen die Möglichkeit, ein bestimmtes Projekt oder ein interessantes Startup mit eigenem Geld zu unterstützen. Crowdfunding wird auch oft als Schwarm-Finanzierung bezeichnet und das trifft den Nagel auf den Kopf.

Was man alleine in der Regel nicht schafft, schaffen die Menschen sehr schnell, wenn sie sich der Sache gemeinsam widmen. Das ist auch hier, bei der Finanzierung nicht anders. Dank des Internets ist Crowdfunding in den letzten Jahren sehr beliebt geworden und vor allem in den USA konnten inzwischen sehr viele Unternehmen damit ihre Produkte auf den Markt bringen und Geld verdienen.

Darüber gleich mehr. Das berühmteste Beispiel für eine Crowdfunding-Platform ist sicherlich Kickstarter. Im Herbst soll es den Service auch in Deutschland geben. Ein Grund mehr also, sich dieses Modell der Start up Finanzierung genauer anzuschauen. Legen wir also los:

Die 4 Besonderheiten von Kickstarter

  1. Kickstarter ist eine der größten und populärsten Crowdfunding-Plattformen, die es derzeit gibt. 2009 wurde das Unternehmen, mit dem Hauptsitz in New York gegründet. Seit dem konnten, dank der gemeinsamen Finanzierung, viele interessante Ideen das Licht der Welt erblicken.
  2. Das Besondere: Bei Kickstarter heißt es „Alles oder Nichts!“. Wer also bei Kickstarter mit seinem Startup mitmacht, muss sich gleich zu Beginn für eine feste Summe entscheiden. Dieses Geld gilt es mit seiner Idee zusammenzukriegen und zwar innerhalb einer vorher festgesetzten Frist von maximal 60 Tagen.
  3. Was Kickstarter außerdem auszeichnet ist Folgendes: Wer hier Erfolg hat, darf das gesammelte Geld behalten. Andernfalls werden die Investitionen an die jeweiligen Sponsoren zurückgegeben. Das bedeutet wiederum bessere Planung und mehr Transparenz bei der Konzept-Erstellung und bei der Präsentation auf der Plattform.
  4. Nicht weniger wichtig für die Gesamtsumme der Start-up-Finanzierung ist die Tatsache, dass Kickstarter selbst ein Unternehmen ist und am Ende 5% von der eingesammelten Summe für sich behält. Das muss auf jeden Fall im Finanzierungsplan berücksichtigt werden.
  5. Auch das Rechtliche darf nicht außer Acht gelassen werden: Die Startup-Gründer behalten alle Rechte an ihrer Idee und ihrem Produkt, das heißt, dass die, die das Projekt unterstützen Sponsoren und keine Investoren sind und sie damit keine Ansprüche geltend machen können. Allerdings kann sich das Startup bei seinen Unterstützern in unterschiedlicher Form bedanken (zum Beispiel mit einer Beta-Version des Produkts)
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Diese 15 Kickstarter-Kategorien werden finanziert:

Der Crowdfunding-Service unterstützt Unternehmer und Künstler aus folgenden Kategorien:

  1. Kunst
  2. Comics
  3. Handwerk
  4. Tanzen
  5. Design
  6. Mode
  7. Film und Video
  8. Essen 
  9. Spiele 
  10. Journalismus
  11. Musik
  12. Fotografie
  13. Bücher schreiben
  14. Technik
  15. Theater

Das ist schön und gut, aber wie realistisch ist es und wie viel Geld kann man mit Crowdfunding für die Startup-Finanzierung einsammeln? Hier 5  reale Beispiele für eine erfolgreiche Finanzierung inklusive Beträge:

5 Beispiele für erfolgreich finanzierte Kickstarter-Projekte

OUYA: Eine etwas andere Spiele-Konsole

(8.596.474 US-Dollar eingesammelt)

Das Film-Projekt „Veronica Mars“

(5.702.153 US-Dollar eingesammelt)

Das Rollenspiel „Shadowrun Returns“

( 1,836,447 US-Dollar eingesammelt)

Virtual-Reality-Helm „Oculus Rift“

(2,437,429 US-Dollar eingesammelt)

Smarte Vernetzung mit „SmartThings“

(1,209,423 US-Dollar eingesammelt)

Schaut man sich die Beträge an, wird einem schnell klar, dass Einiges auf dem Spiel steht. Deshalb bemüht sich jedes Startup darum, sein Projekt im besten Licht erscheinen zu lassen. Allerdings wird man kaum vorhersagen können, ob ein Projekt auf Kickstarter Erfolg haben wird oder nicht.

Die Startup-Finanzierung wird hier mehr oder weniger zur Glückssache. Natürlich gibt es auch hier Dinge, die oft funktionieren. Welche sind das? Da die Themen Kickstarter und Crowdfunding sehr umfangreich sind, plane ich in den nächsten Wochen eine Artikelserie dazu zu machen, mit Tipps und Erfahrungsberichten erfolgreicher Kickstarter-Kampagnen. Es lohnt sich also dranzubleiben! 😉

Die schlechte Nachricht:

Kickstarter hat aber derzeit noch einen großen Nachteil für Startups außerhalb der USA, Kanada und Großbritannien: Die beliebte Plattform nutzt für finanzielle Transaktionen das System Amazon Payments und das ist auch einer der Hauptgründe dafür, weshalb man zum Beispiel mit einem deutschen Startup auf einige Hindernisse stoßen kann.

Und die gute Nachricht:

Der Crowdfunding-Service Kickstarter kommt im Herbst nach Deutschland und wird vermutlich für einen heftigen Hype in der deutschen Startup-Szene sorgen.

Nachtrag:

Kickstarter kommt nun endlich nach Deutschland: Der offizielle Termin ist der 28. April 2015, die ersten Projekte wird man dann schon ab dem 12 Mai launchen können. Das berichtet Gismodo und beruft sich auf „unternehmensnahe Quellen“.

Wenn man sein Projekt auf Kickstarter veröffentlichen möchte:

Ich habe mir einige Startups auf Kickstarter genauer angeschaut: Das wichtigste ist sicherlich, dass man für Transparenz sorgt und seine Idee anschaulich und einfach rüber bringt. Das Konzept und noch wichtiger der Nutzen sollten sofort sichtbar sein! Jeder kann ein Projekt unterstützen und so interessante Ideen wahr werden lassen.

Je nach Projekt und gespendeter Summe kann man auch mit einer attraktiven Belohnung rechnen: Wenn man zum Beispiel einen Film mitfinanziert, kann man mit signiertem Film-Material rechnen. Und wenn daraus mehr als nur ein Hobby-Streifen entsteht, sind diese Sachen in ein paar Monaten unter Umständen sehr wertvoll…

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4 Kommentare
  1. Joachim Beyer
    Joachim Beyer says:

    Hallo und guten Morgen……….
    Ich finde Ihren Artikel sehr informativ !
    Heute ist aber der 18 November und ich finde Kickstarter noch immer nicht in Deutschland !?!?
    Oder suche ich an der falschen Stelle ????
    Können Sie mir helfen…….

    Danke im voraus…….

    Joachim

    Antworten
    • Andreas Nejbert
      Andreas Nejbert says:

      Hallo Joachim,

      Danke für deinen Kommentar!
      Was Kickstarter angeht, so müssen wir uns wohl noch etwas gedulden, soweit ich weiß, sind die Macher in Deutschland noch nicht vertreten.
      Wir bleiben auf jeden Fall dran und sobald sich da etwas tut, werden wir die Dinge genauer beleuchten!

      Viele Grüße,
      Andreas

      Antworten
      • Andreas Nejbert
        Andreas Nejbert says:

        Soweit ich weiß, hat sich da noch nichts getan, anscheinend gibt es irgendwelche Startschwierigkeiten…

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