Ist Content Marketing nur ein Hype oder kann diese Marketing-Strategie funktionieren? Wie kann ein Startup vom Content Marketing profitieren? Was versteht man unter einer Content-Marketing-Strategie und kann man den Erfolg auch messen?

Diesen Fragen gehe ich heute im Rahmen der Blogparade vom Hanser Update und Michael Firnkes „Content Marketing Heilbringer oder Hydra?“ genauer auf den Grund.

Es gibt zwei Wege Online-Business zu betreiben: Der erste, nennen wir ihn die traditionelle Strategie, lässt sich ganz einfach zusammenfassen: „Bring den Käufer auf deine Website und verkaufe ihm dein Produkt!“ Diesen Weg nehmen erstaunlicherweise die meisten Unternehmen. Die Folgen:

Hohe monatliche Ausgaben für SEO und AdWords-Kampagnen, die totale Abhängigkeit vom Google-Algorithmus (die Google-Updates sorgen immer mal wieder für Überraschung) und die fehlende Loyalität solcher Käufer.

Das alles hat noch vor ein paar Jahren ziemlich gut funktioniert und wird auch heute mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt. Das Problem: Die Konkurrenz. Menschen werden mit immer mehr Werbung und ohne Ende bombardiert und entwickeln inzwischen Abwehrkräfte, das heißt ignorieren alles, was sie nur im Entferntesten an Werbung erinnert.

Seit einiger Zeit macht aber eine andere Marketingstrategie die Runde – Content Marketing.

Kurze Definition: Content Marketing

Unter den Begriff Content fallen alle Informationen auf Websites, also Inhalte, wie zum Beispiel Blog-Artikel, Infografiken, Bilder und Videos. Um genau diese Informationen dreht sich das Content Marketing. Content Marketing setzt also diese Informationen gezielt ein, um Produkte zu verkaufen und Stammkunden zu generieren. 

Beispiel: Startup starten – wozu Content Marketing?

Angenommen ein junges Startup bringt ein interessantes Produkt auf den Markt. Wie so oft sind die Gründer sehr euphorisch und sehr begeistert von ihrer Innovation und glauben auch, das Produkt würde sich selbst verkaufen.

Sofort werden Ressourcen in AdWords-Kampagnen, Landingpages, Konversionsanalysen investiert. Der Erfolg bleibt aber aus. Warum geht so etwas oft schief? Hier die wichtigsten Gründe dafür:

  • Die Startup-Gründer selbst gehören nicht zur Zielgruppe
  • Die Startup-Gründer kennen ihr Produkt, im Gegensatz zur Zielgruppe
  • Die Startup-Gründer lieben ihr Produkt, im Gegensatz zur Zielgruppe
  • Die Startup-Gründer vertrauen ihrem Produkt, im Gegensatz zur Zielgruppe

Welche Marketing Strategie könnte einem Startup hier unter die Arme greifen?

Marketing-Strategie: Content Marketing

Vor allem junge Startups, die auf ein frisches, freches und fortschrittliches Image setzen, können davon stark profitieren. Vieles spricht sogar dafür, dass diese Strategie für das heutige Internet-Marketing besser aufgehen kann, denn:

3 Gründe, die für eine Content-Marketing-Strategie sprechen

  • Content Marketing schafft Vertrauen. In einem Corporate-Blog zum Beispiel finden Interessenten und potentielle Käufer mehr Informationen über das Unternehmen, das Produkt und die Menschen, die hinter dem Produkt stehen. Wer sich um das Branding bemüht, kann hier gezielt Strategien umsetzen.
  • Mehr Traffic auf der Firmen-Website. Auch Suchmaschinen „schätzen“ regelmäßigen, ausführlichen und nützlichen Content auf Websites. Je mehr in dieser Richtung getan wird, desto mehr Besucher kann man auf die eigene Website bringen. Die Konversion hängt unmittelbar mit der gewählten Marketing-Strategie und dem Traffic zusammen.
  • Es macht langfristig mehr Sinn Geld und Zeit in Content-Marketing-Strategien zu investieren. Jeder für den Kunden hilfreiche Blog-Beitrag, jede praktische Infografik oder Anleitung generieren von dem Zeitpunkt an, wo sie geschrieben und veröffentlicht wurden, Besucher und Kunden. Da kommt im Laufe der nächsten Wochen, Monate und Jahre einiges an Traffic und Konversion zusammen. Gerade dieser Punkt unterscheidet Werbung, die eher kurzfristig wirkt, von Content-Marketing-Strategien, die ihre maximale Wirkung erst im Laufe der Zeit entfalten.
  Kunden manipulieren - lohnt sich das? - Mit dem Herzen verkaufen!

Wo kann man Content Marketing betreiben?

Es gibt eine Vielzahl an Kanälen, die man bespielen kann. Vorsicht! Für jeden dieser Kanäle sollte man sich vor der Content-Veröffentlichung eine eigene geeignete Marketing-Strategie überlegen.

Aber Eins nach dem Anderen. Für Content Marketing bieten sich folgende „Transportmittel“ an:

  • Die eigene Website
  • Der eigene Firmen-Blog
  • E-Mails
  • Soziale Netzwerke
  • Andere themenrelevante Blogs
  • Nachrichtenportale

Content oder was soll ich überhaupt veröffentlichen?

Diese Frage stellt sich jeder, der mit Content Marketing in Berührung kommt. Und welche Antwort bekommt man im Netz für gewöhnlich auf diese, nicht einfache Frage? Genau: „Schreibe und veröffentliche das, was deine Kunden interessiert!“

Diese Antwort bringt einen nicht wirklich weiter. Wenn meine Kunden sich für teure Autos interessieren, ich aber Dienstleistungen im Online-Marketing anbiete, dann kann ich sehr wenig mit dieser Information anfangen. Eine andere Strategie hat sich hier deutlich besser bewährt:

Bevor man nur eine Zeile Text oder ein Bild veröffentlicht, sollte man schauen, wo die Berührungspunkte zwischen den Wünschen und Interessen der Kunden und dem angebotenen Produkt oder der Dienstleistung sind!

Daraus ergeben sich zwangsläufig folgende 4 Punkte für die eigene Content-Marketing-Strategie:

4 Punkte für den richtigen Content

  • Alle Probleme der Zielgruppe, die mit dem Angebot gelöst werden können
  • Alle Veränderungen im Leben der Kunden, die mit dem Erwerb des Produkts einhergehen
  • Alle Gründe und Einwände, die beim Kunden entstehen
  • Alle Argumente, die für die Kunden und das Produkt wichtig sind

Diese Informationen helfen einem sehr dabei, eine ausreichend große Schnittmenge zwischen dem Produkt und den Interessen der Kunden zu finden.

Zwei Arten des Contents

Weiter oben war von geeigneten „Transportmitteln“ für Content Marketing die Rede. Hier macht folgende Aufteilung Sinn:

  1. Regelmäßiger Content
  2. „Einmaliger“ Content

Regelmäßiger Content

Dazu zählen tägliche Blog-Beiträge, Posts in Sozialen Netzwerken, Kommentare in themenrelevanten Blogs, E-Mails und andere Inhalte, die permanent veröffentlicht werden und die Zielgruppe auf dem Laufenden halten sollen. Hier reicht es, wenn sich ein Post oder eine E-Mail mit nur einem Problem oder Thema befasst.

Einmaliger Content

Dieser umfasst alles, was einmal erstellt, sich automatisch verbreitet und eine geplante Wirkung erzielt. Dazu zählen Infografiken, E-Books, Präsentationen und anderer Content, der zum Download angeboten werden kann und einen kompletten Themenbereich abdeckt.

Einige Worte zur Content-Marketing-Strategie

Je nach dem, wo im Internet sich die Zielgruppe gerade aufhält und in welcher Beziehung ihre Mitglieder momentan zum Produkt stehen, werden unterschiedliche Ziele anvisiert und entsprechende Marketing-Strategien eingesetzt. Anders formuliert:

Wer sich zum Beispiel dazu entschieden hat, den Kanal „Facebook“ zu bespielen, sollte mehr Bilder und weniger Texte für sein Content-Marketing einsetzen.

Fazit:

Heute ging es darum zu verstehen, was Content Marketing grundsätzlich ist und warum diese Marketing Strategie eine echte Alternative zur klassischen Werbung ist. Es ging auch darum, was Startups mit Content Marketing anfangen können und warum Unternehmen davon langfristig profitieren.

Welche Kanäle und welche Inhalte es gibt, habe ich nur kurz angerissen. Diese Themen würde den Rahmen dieser Einführung sprengen. Da es aber um etwas sehr wichtiges für die Praxis geht, werde ich diese Dinge in einem gesonderten Blog-Beitrag detailliert behandeln. Wenn du es nicht verpassen möchtest, schließe dich einfach an!