Businessplan erstellen – Muster für Gründer – 2. Teil – die richtige Struktur

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Wie im ersten Tel dieser Artikelserie versprochen (Businessplan erstellen – 1.Teil), geht es heute weiter mit der Strukturierung der einzelnen Punkte und Unterpunkte. Wir wissen also jetzt, was unsere Business-Idee ausmacht und wie unserer Firma heißt.

Nun geht es darum, die passende Struktur für seinen Businessplan zu wählen, das heißt ein Muster zu erstellen, mit dem man als Gründer die wichtigsten Punkte des Businessplans abdecken kann.

Was muss in einem Business-Plan drin stehen? Je nach dem, welchem Zweck der Businessplan dient, kann schon mal das eine oder andere wichtiger sein. Die Struktur von einem Businessplan wird durch folgende Punkte festgelegt:

  • Der Businessplan ist für dich. In diesem Fall macht es Sinn, die einzelnen Punkte maximal ausführlich zu beschreiben und zu erläutern. Auch solche Dinge, die scheinbar selbstverständlich sind, können ruhig auseinander gedröselt werden, damit du den maximalen Überblick über deine Ideen, Aufgabe und Risiken hast.
  • Der Businessplan ist für einen Geschäftspartner. Das kann zum Beispiel eine Bank sein. Hier sollte man sich erkundigen, wie die Struktur des Businessplans auszusehen hat. Meistens gibt es hier strenge Vorgaben. Wenn hier nichts vorgegeben wird und es heißt, ein „Standard-Businessplan“ würde vollkommen ausreichen, ist es dennoch keine gute Idee, einfach irgend ein Businessplan – Muster zu nehmen. In diesem Fall ist es meistens so, dass die Finanzen sehr kritisch unter die Lupe genommen werden.

Hier eine grobe Strukturierung des Businessplans, die sich in beiden Fällen bewährt hat (dieser kann und sollte um die Punkte erweitert werden, die charakteristisch für das Unternehmen sind):

1. Das Titelblatt oder das Deckblatt des Businessplans:

Was sieht dein Gegenüber sofort? Genau: Das Deckblatt und die erste Seite. Diese ersten Seiten haben zwei Funktionen: Zum einen sollten sie für einen positiven Eindruck sorgen. Zum anderen liefern sie ein Minimum an Infos, die der Leser braucht, um sich grob zu orientieren.

Und wenn ihn das schon, naja, nicht gerade umhaut, dann kann man den Rest in der Regel vergessen.  Um seinen Geschäftspartner gleich auf seine Seite zu ziehen, achte genauer auf die Qualität des Titelblatts und auf die Informationen, die er dort findet. Diese Dinge müssen vorhanden und gut lesbar sein:

  • Das Logo des Unternehmens
  • Der Name des Unternehmens und der passende Slogan
  • Name des Autors (Vor- und Nachname des Unternehmers)
  • Funktion und Qualifikation des Gründers
  • Adresse des Unternehmens 
  • Telefon, E-Mail-Adresse des Unternehmers

2. Der Business-Teil des Businessplans

In diesem einführenden Teil geht es um das Geschäftliche. Auf den ersten Seite wird Folgendes kurz angerissen:

  • Was wird verkauft?
  • Was ist der „Zweck“ des Produktes (Bedürfnisse der Zielgruppe)?
  • Wie erfolgreich kann man morgen und übermorgen verkaufen (Perspektiven)?

3. Investitionen und Ressourcen

Hier geht es darum zu zeigen, wie die Produktion finanziert wird. Mit diesen Fragen kommt man dem Ziel dieses kurzen Kapitels etwas näher:

  • Wie viel Geld brauche ich, um zu produzieren?
  • Welche Kosten Kommen auf mich und mein Startup zu?

4. Das Inhaltsverzeichnis des Businessplans

Der Zweck dieses Teils ist, dem Leser einen ersten Überblick über die einzelnen Kapitel und Unterkapitel zu verschaffen – du willst ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen! Wie ein Inhaltsverzeichnis aussieht, kann man in jedem Buch nachschlagen…

5. Das Resumé

Das Resumé oder die Inhaltsangabe ist eine kurze Zusammenfassung des gesamten Businessplans. Dieser Teil des Businessplans kann erst am Ende erstellt werden, wenn der Businessplan fertig ist. Die Inhaltsangabe ist der einzige Teil, der sehr genau von Anfang bis Ende gelesen wird.

Deshalb sollte man hier besonders aufpassen. Hier sollte man sich auch kurz fassen, damit der Leser das Resumé in wenigen Minuten gelesen hat. Was muss da alles drin stehen? Hier eine kurze Anleitung:

  • Was ist das Ziel des Businessplans, seine wichtigsten Aufgaben, die Businessidee?
  • Warum ist dieses Business attraktiv, was unterscheidet ihn von der Konkurrenz?
  • Wer (wie viele) bieten Vergleichbares an und wer (wie viele) kaufen ein ähnliches Produkt (der Markt)?
  • Wie sieht die Marketing-Strategie aus (Werbung, Preisgestaltung, Ablauf der Konversion)?
  • Was schätzt du, wie viel kann man in naher Zukunft verkaufen und wie viel Gewinn kann man machen?
  • Wie viel Geld brauchst du, um deine Geschäftsidee zu realisieren? Was wird noch gebraucht?
  • Wie und wann planst du das geliehene Geld (falls es dazu kam) zurückzuzahlen?
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Dieser Teil im Businessplan ist nicht zu unterschätzen! Er zeigt potentiellen Investoren, ob du dich auf die wichtigsten Punkte deines Startups konzentrieren kannst und ob du offen und selbstbewusst sagen kannst, wer du bist und was du vorhast.

 6. Die aktuelle Situation auf dem Markt

Wie sehen deine Start-Bedingungen aus? Genau um diese Frage dreht sich dieses Kapitel im Businessplan. Eine Startup-Idee baut meistens auf etwas auf – auf einem Problem oder einer Nachfrage. Wie sieht also die momentan Situation insgesamt aus, warum ist es eine gute Zeit für eine bestimmte Business-Idee? Folgende Punkte helfen dir, die Dinge abzudecken, die im Teil „Die aktuelle Situation“ des Businessplans analysiert werden sollten:

  • Wie attraktiv ist das Business und wie sehen die Wege aus, um als Unternehmer zu wachsen
  • Was sind die konkreten Produkte, Entwicklungen und Dienstleistungen, die du anbietest?
  • Wie sieht der Markt aus? Was sind die Tendenzen? In welche Richtung wird sich die Situation entwickeln?
  • Wer sind deine Konkurrenten (ihre Stärken und Schwächen)?
  • Wer gehört zu deiner Zielgruppe (ihre Probleme)?
  • Wie befriedigt dein Produkt die Bedürfnisse der Zielgruppe?

Es ist klar, dass es hier darum geht, einen Blick in die Zukunft zu wagen und realistische aber mutige Prognosen zu machen. Natürlich muss man seine Prognosen auch begründen können, am besten mit Zahlen.

Wo man diese Markt-Daten herkriegt und was man noch auswerten kann, werde ich in einem gesondertem Artikel behandeln. Für eine erste vorsichtige Schätzung ist es nicht verkehrt, wenn man allgemeine Tendenzen kennt und weiß, was sich in der Branche, in der man konkurrieren möchte, allgemein tut.

7.  Die aktuelle Situation im Unternehmen

Hier geht es folgenden Fragen an den Kragen:

  • Was genau macht dein Unternehmen und wie macht es das?
  • Wie entwickelt sich die Wirtschaft in dieser Branche?
  • Wie ist das Unternehmen aufgebaut und organisiert?
  • Was kann deinem Business in die Quere kommen (politische und wirtschaftlichen Krisen, saisonale Faktoren, die Abhängigkeit von Lieferanten, Partnern und Kunden)?
  • Was wurde bis jetzt entwickelt und nach welchen Standards?
  • Wurden juristische Kontrollen bei der Produktion durchgeführt?
  • Welche Verträge wurden mit anderen Firmen unterzeichnet? Kopien der Unterlagen?

An dieser Stelle kommen auch branchenspezifische Punkte, denen man sich je nach Business widmen sollte, zum Beispiel:

  • Welche Rohstoffe und Maschinen werden benötigt, um das Produkt herzustellen?
  • Wie sehen die Vorräte aus?
  • Personal? Verantwortung?

Ich denke es ist klar geworden, welche Infos hier benötigt werden. Und wir gehen weiter.

8. Mögliche Hindernisse, Probleme, Schwierigkeiten und ihre Lösungen

Auch dieser Teil gehört zu den wichtigsten Punkten, die man beim Erstellen seines Businessplans abarbeiten sollte. Auch im Business können unerwartete Dinge geschehen, darauf muss man als Unternehmer vorbereitet sein! Folgende Punkte sollten deshalb geklärt werden:

  • Was sind die Stärken und Schwächen deines Unternehmens?
  • Mit welchen Schwierigkeiten rechnest du?
  • Welche Probleme könnten entstehen und wo?
  • Welche Mitarbeiter, Partner könnten die Firma verlassen?
  • Wie würdest du diese Probleme lösen?
  • Wie sieht deine Strategie aus?
  • Hast du einen „Plan-B“?

 9. Juristische bzw. rechtliche Faktoren

Das ist ein formales Kapitel, also aufgepasst! Kümmer dich um:

  • Lizenzen, die du brauchst
  • Patente und Schutz vor Plagiaten
  • Gesetzliche Bestimmungen und Einschränkungen, die dich betreffen
  • Mögliche Änderungen der Gesetze, die dein Business beeinflussen könnten
  • Die politische Situation im Land, in dem du arbeitest
  • Organisationen und Ämter, die dein Business betreffen

10. Dein Marketing-Plan

Der Marketing-Part in deinem Businessplan beschreibt all die Details, die das Geld-Verdienen betreffen. Aber nicht nur. Diese Fragen sind elementar und von ihnen hängt auch ab, wie überlebensfähig eine Business-Idee oder ein Startup ist. Deshalb werde ich ihn heute kurz anreißen und demnächst, im 3. Teil dieser Artikelserie, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Mit diesen Punkten solltest du dich aber auf jeden Fall beschäftigen, wenn du einen guten Businessplan erstellen willst:

  • Was ist an deiner Idee attraktiv und warum sollte man in dein Business investieren?
  • Wie machst du Werbung für dein Produkt?
  • Wie verkaufst du dein Produkt?
  • Wie entwickelst du dich mit deinem Produkt weiter?

Du siehst, dass es viel zu klären gibt, bevor man einen Businessplan erstellen kann. Im nächsten Blog-Artikel dieser Artikel-Serie werde ich den letzten Punkt, also Punkt 10, etwas ausführlicher erläutern und genauer auf die Finanzen und das Geld-Verdienen eingehen. Bis demnächst…

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