Businessplan erstellen – Beispiel für die Selbstständigkeit – 1. Teil – Grundlagen

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Warum soll man überhaupt einen Businessplan erstellen? Ganz einfach: Ein Businessplan zeigt dir, mit welchen Strategien und Ressourcen du deine Ziele erreichen willst. Das Wort sagt es bereits: Damit hast du einen Plan! 

Du kannst ihn als eine Landkarte und einen Kompass betrachten, die dir den richtigen Weg in der Selbstständigkeit zeigen. Du kannst ihn aber auch als eine Schritt-für-Schritt – Anleitung nutzen, um zum Beispiel deine Startup-Finanzierung vorzubereiten. Grund genug also, um sich im Detail anzuschauen, wie man einen vernünftigen Businessplan erstellen kann.

Bevor wir uns genauer mit den einzelnen Fragen im Businessplan beschäftigen, ein kurzes Statement zu den beliebten Businessplan Vorlagen aus dem Netz:

Diese Vorlagen darf man nicht zu wörtlich nehmen! Sie sind gut, um sich einen Überblick zu verschaffen, worum es in so einem Businessplan überhaupt geht und welche Fragen auf einen zukommen. So ein Muster-Business-Plan hat aber einen Nachteil, den alle Vorlagen haben: Sie sind Beispiele und berücksichtigen nicht alle Fragen, die für eine konkrete Business-Idee wichtig sind.

Solche Businessplan-Vorlagen sind auch keine Fragebögen, die man einfach ausfüllen kann. Genau das glaubt man nämlich, wenn man so eine Businessplan-Vorlage zum ersten Mal sieht. Das heißt ein Businessplan muss individuell erstellt werden und dafür sollte man sich auch ruhig etwas Zeit nehmen. Mit dem Erstellen eines Businessplans wird man auch nie fertig. Weiter unten wird deutlich warum das so ist und wie viele Vorteile ein gut erstellter Businessplan bietet.

Womit sollte man also bei einem Businessplan sinnvollerweise anfangen? Mit einer Frage, und die lautet:

1. Meine Business-Idee ist …

Was willst du überhaupt machen? Das ist die Frage, um die sich am Anfang der Selbstständigkeit alles dreht. Welches Produkt oder welche Dienstleistung willst du den Menschen da draußen anbieten? Was willst du aktiv in deiner Selbstständigkeit unternehmen? Setze dafür einfach den folgenden Satz fort:

Meine Business-Idee ist …

Es könnte zum Beispiel so etwas sein wie:

  • … Blumen verkaufen
  • … Fitness Beratung verkaufen
  • … Apps programmieren und verkaufen

Ich habe hier bewusst auf das Wort „anbieten“ verzichtet und dafür das Wort „verkaufen“ gewählt, weil gerade das der Knackpunkt ist: Anbieten kann man viele Dinge. Wenn man sich für die Selbstständigkeit entscheidet oder ein Startup startet, hat man die Absicht Geld mit seinem Angebot zu verdienen. Das muss von Anfang an klar sein und damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt im Businessplan:

Was unterscheidet dein Produkt und deine Dienstleistung von der Konkurrenz. Was musst und willst du anders machen? Warum ist dein Produkt attraktiver als das, was andere in deiner Branche anbieten? Es geht also darum, dein Alleinstellungsmerkmal (engl. unique selling point oder USP) herauszufinden und klar zu formulieren. Es geht also weiter mit:

2. Mein Angebot ist besser als das, was die Konkurrenz verkauft, weil …

Jetzt lautet die Frage:

Mein Angebot ist besser als das, was die Konkurrenz verkauft, weil …

Hier können mehrere Dinge stehen, z.B.

  • … meine Blumen frischer und günstiger sind
  • … meine Fitness-Beratung Kunden schneller zu ihrer Wunsch-Figur bringt/führt
  • … meine Apps sicherer sind

Warum ist diese Frage wichtig? Weil es überall Konkurrenz gibt und du mit dem, was außer dir noch hundert andere anbieten, keinen Erfolg haben wirst. Auch wenn du genauso gut bist, wie deine Konkurrenz, am Anfang deiner Selbstständigkeit hast du einen gravierenden Nachteil:

Man kennt dich nicht!

Warum sollen also Menschen dein Produkt kaufen und ein Risiko eingehen, wenn sie das Gleiche hundert Meter weiter bekommen können, von jemandem, der schon länger dabei ist? Du musst es also anders machen, Punkt!

Wenn du dich hier noch etwas schwer tust, könnte dir folgender Blog-Artikel von mir, in dem es um das Kopieren von Startup-Ideen geht, weiterhelfen. Auch wenn das sehr einfach klingt, seinen USP klar zu formulieren, so dass jeder Mensch sofort sieht, was verkauft wird und warum das interessant (attraktiv) ist, kann einiges an Zeit kosten (Tage oder sogar Wochen).

Man muss sich ja im Vorfeld Gedanken machen, was es schon alles gibt und ob man sich in diesem Markt auch behaupten kann. Wenn dieser Punkt unklar ist, macht alles andere beim Businessplan-Erstellen wenig Sinn.

Nun, nach einigem Grübeln haben wir unsere beiden Sätze, was kommt dann? Jetzt ist es wichtig zu überlegen, für wen man den Businessplan schreiben will, denn davon hängt auch seine weitere Struktur ab. Hier wird auch klar: Es gibt nicht den einen Businessplan, genauso wenig wie es den einen Weg auf einer Landkarte gibt.

Bestimmte Punkte, wie die beiden oberen Fragen, haben alle Businesspläne gemein, weil sie die Punkte markieren, an denen man sich mit seinem Business orientieren sollte, um auch erfolgreich an seinem Ziel anzukommen. Andere Fragen sind spezifischer und je nach dem, welchem Zweck der Businessplan dient, sollte man diese Fragen detaillierter beantworten. Was kann also der Zweck für einen Businessplan sein?

Wichtige Gründe, um einen Businessplan zu erstellen, sind:

  • Er dient als Skizze für die Selbstständigkeit. Man orientiert sich am Businessplan, wenn es darum geht, Aufgaben zu formulieren, die getan werden müssen und Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden. Man nutzt ihn in diesem Fall als eine To-do-Liste, um alles zu organisieren und im Überblick zu behalten.
  • Er muss zeigen, dass du bereit bist, Initiative zu ergreifen. Er macht auch klar, wie stark du motiviert und diszipliniert bist, ob du deine Energie auf ein Ziel bündeln kannst und dass du auch verstehst, mit welchen Mitteln und Strategien du dein Ziel erreichen willst. Der Businessplan beantwortet auch die Frage, was du genau tun wirst, wenn es zu Schwierigkeiten kommt.
  • Im Falle eines Startups kann der Businessplan dazu dienen, seine Kollegen, Partner und Mitarbeiter mit der Idee und dem Konzept bekannt zu machen. Was ist unser Produkt? Wie wollen wir damit Geld verdienen? Wie müssen wir unser Marketing gestalten? Das sind wichtige Infos für alle. Dieses Wissen schweißt die Gruppe außerdem zusammen und alle ziehen so an einem Strang: Jeder ist damit ein Teil von etwas Großem!
  • Meistens muss man einen Businessplan erstellen, um Investoren oder Sponsoren zu überzeugen, ein Startup zu unterstützen. Diese Leute sind natürlich vor allem daran interessiert, wie dein Marketing-Plan aussieht und wie du mit deiner Geschäftsidee Geld verdienen will. Auch für die Startup-Finanzierung mittels Crowdfunding kann ein Businessplan dabei helfen, Menschen auf seine Seite zu bringen.
  • Der Businessplan zeigt auch, ob ein Produkt auch in Zukunft gefragt sein wird. Man muss sich also mit den Trends von morgen und übermorgen auseinandersetzen. Warum? Weil jedes Business wachsen muss! Deshalb:
  • Zahlen auf den Tisch! Was kostet es dich, dein Produkt zu erstellen? Für wie viel kann man es verkaufen? Welcher Gewinn ist möglich? Ein Businessplan muss auch diese Fragen beantworten können, um planen zu können.
  • Jede noch so perfekte Geschäftsidee hat einen Hacken (meistens sind es mehrere). Wo verbergen sich Fallen und was sind die Risiken? Fragen, die nicht ganz unwichtig für die Selbstständigkeit sind. Wer einen Businessplan erstellt, muss sich auch diesen, unangenehmen Fragen stellen.

Ok, das sind einige überzeugende Argumente, die für das Erstellen eines Businessplans sprechen. Daraus folgt aber auch: Jeder Businessplan wird für einen längeren Zeitraum erstellt (1-5 Jahre). Ob das, was man sich in 5 Jahren vorstellt, auch eintritt, hängt davon ab, wie sich die Zahlen in den ersten Wochen und Monaten entwickeln.

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Deshalb gehört das Aufschreiben und Abgleichen von allen Kennziffern, also zum Beispiel die Einnahmen, und Ausgaben, der Gewinn, die Anzahl der Kunden und das Wachstum dieser Zahlen zum Businessplan dazu.

Jetzt wird auch deutlich, warum man mit seinem Businessplan nie fertig wird: Um eine vernünftige Prognose und einen Plan für das zweite Jahr zu erstellen, muss man die Zahlen aus dem ersten Jahr verwenden und Prognosen, die man am Anfang gemacht hat, korrigieren. Das gilt natürlich auch für das dritte und vierte Jahr, u.s.w.

Was ist für den Start in die Selbstständigkeit noch wichtig? Ganz Klar: Der Name des Unternehmens und der richtige Slogan. Machen wir also mit unserem oberen Schema weiter:

3. Mein Unternehmen heißt … und mein Slogan lautet…

Jetzt muss man sich folgende Punkte durch den Kopf gehen lassen:

  • Mein unternehmen heißt …
  • Mein Slogan lautet…

Man sieht sofort, dass diese beiden Punkten eng mit den ersten beiden Fragen zusammen hängen. Hier muss man allerdings aufpassen! Ein gewünschter Firmen-Name kann bereits vergeben sein. Vielleicht wurde dieser Name von der Konkurrenz sogar geschützt oder als Marke beim Patentamt angemeldet.

Hier sollte man sorgfältig recherchieren und bei Bedarf einen Rechtsanwalt aufsuchen. Bei Einzelunternehmern sieht die Sache einfacher aus: Hier ist der Name des Gewerbetreibenden gleichzeitig auch der Name der Firma (Vorname und Nachname). Wie man einen passenden Slogan für ein Unternehmen finden kann, habe ich in diesem ausführlichen Post erläutert. Auch hier ist Vorsicht geboten, was das Rechtliche angeht!

Zusammenfassung:

Wir haben gesehen, dass man sich an Businessplan-Vorlagen aus dem Internet gut orientieren kann. Man sollte sie aber nicht zu wörtlich nehmen und seinen eigene Business komplett nach diesen Vorlagen ausrichten. Jeder Businessplan ist individuell und man wird damit nie fertig.

Je nach dem, ob man den Businessplan für sich, sein Startup-Team oder die Investoren schreibt, sind bestimmte Dinge wichtiger als andere. Wenn man einen Businessplan erstellen möchte, sollte man sich intensiv mit folgenden 4 Punkten beschäftigen:

  1. Meine Business-Idee ist …
  2. Mein Angebot ist besser als das, was die Konkurrenz verkauft, weil …
  3. Mein unternehmen heißt … und mein Slogan lautet …

Im zweiten Teil von „Businessplan erstellen – Beispiel für die Selbstständigkeit“ wird es dann um die eigentliche Struktur von einem Businessplan gehen. Wie das Ganze formal aussehen kann und welche Dinge besonders wichtig sind, erkläre ich also im nächsten Post zu dieser Artikelserie.

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